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Aktuelles

Zu Martini nach Erfurt: Zweimal Martin

Am 8. November d.J., dem Sterbetag des hl. Martin von Tours, machen sich 16 Pilgerinnen und Pilger auf den Weg nach Worms, Fulda und Erfurt. Thematischer Schwerpunkt ist „Zweimal Martin“- Martin von Tours und Martin Luther; aber auch der hl. Bonifatius und die hl. Elisabeth sind präsent. Die Leitung haben Eugen Baldas und Rainer Moser-Fendel.
Erster Haltepunkt ist Worms, wo der Soldat Martin im Jahre 356 dem römischen Kaiser Julianus Apostata die Annahme der Sonderzahlung ablehnte und dem in Wut geratenen Kaiser sein Ausscheiden aus dem Militärdienst mitteilte; fortan wolle Martin „Soldat Christi“ sein. Martin Luther stand 1521 in Worms beim Reichstag vor Kaiser Karl V. und sollte seine Thesen widerrufen: Das „Ich stehe hier und kann nicht anders“ führte schließlich zur Kirchenspaltung. Thomas Jäger vom Caritasverband Worms führt die Pilgergruppe auf einem spirituellen Stadtgang vom Dom, über das Lutherdenkmal zur Martinskirche – ein besonderer Ort für die erste Statio.
Von Worms geht es weiter nach Fulda, mit Übernachtung im Bonifatius Haus. Am Sonntagmorgen gehen wir zum Grab des hl. Bonifatius und feiern den Gottesdienst im Dom zu Fulda mit. Nach Erläuterungen zur Michaelskirche durch Christoph Jordan führt uns der Weg nach Erfurt. Wir sind im Augustinerkloster untergebracht, wo einst Martin Luther lebte und das heute ein Hotel ist. Auch Papst Benedikt XVI. übernachtete hier. Es ist der 9. November: Wir nehmen uns viel Zeit für die alte Synagoge, die älteste in Europa erhaltene Synagoge. Beim Stadtgang mit Alois Wolf geht es zur Krämerbrücke, nach „klein Venedig“, zu Orten des Wirkens von Martin Luther und schließlich zum Essenstreff der Caritas Erfurt, ein Ort des Teilens. Domkapitular Bruno Heller zeigt uns den Erfurter Dom, verbunden mit interessanten Erläuterungen. Bonifatius hatte einst das Bistum Erfurt gegründet und bei seiner Übersiedlung nach Mainz dem Mainzer Bistum zugeschlagen. Die Verbindung von Erfurt mit Mainz ist durchweg sichtbar, u.a. auch durch den hl. Martin, den Stadtpatron von Erfurt. Im Dom wird eine Martinsreliquie aufbewahrt. Zum Martinsspiel, dargeboten von Auszubildenden, sind wir in der voll besetzten Severi-Kirche. Danach geht’s auf den großen Domplatz, wo etwa 10.000 Menschen beim ökumenischen Abendgebet versammelt sind. Auf der Treppe zum Dom kommt es zur fiktiven Begegnung „Martin trifft Martin“ - Martin Luther trifft Martin von Tours, verbunden mit aktuellen Beispielen des Teilens: Malteser, Schülerlotsen und Bahnhofsmission. Sind diese ehrenamtlichen Dienste doch Selbstverständlichkeiten im Alltag, die kaum als „Orte des Teilens“ wahrgenommen werden. Es ist der 10. November, Geburtstag von Martin Luther, der seit vielen Jahren als „Martini Erfurt“ groß gefeiert und mit dem Martinstag, 11. November, Tauftag Martin Luthers, verbunden wird. Zum Abschluss wird das „Großer Gott wir loben Dich“ angestimmt und gesungen. Wir nehmen das wahr als ein beeindruckendes ökumenisches Glaubenszeugnis.

Auf der Rückfahrt nach Freiburg, am Begräbnistag des hl. Martin, den 11.11., machen wir noch Halt in Eisenach auf der Wartburg, wo die hl. Elisabeth ab ihrem vierten Lebensjahr bis zum frühen Tod ihres Ehemanns Landgraf Ludwig lebte und wohin Martin Luther, auf der Rückreise von Worms, als „Junker Jörg“ versteckt wurde und dort das Neue Testament ins Deutsche übersetzten konnte. Ein Teil der Gruppe nahm den Fußweg von der Wartburg hinab nach Eisenach, den seinerzeit die hl. Elisabeth ging und später Martin Luther, bis zur Georgenkirche, wo sich Elisabeth mit dem Landgrafen Ludwig vermählte, wo Martin Luther predigte und wo Johann Sebastian Bach getauft wurde. Danach ging‘s zurück nach Hause, nach vier erfüllten und bereichernden Pilgertagen.

Eugen Baldas

Pilgergruppe in der Martinskirche in Worms

Die fiktive Begegnung: Mönch Martin Luther trifft Bischof Martin von Tours

Klausur der Martinusgemeinschaft 21.-22.11.2025

Mit einem Impuls von Pfarrer Reinhard Bundschuh begann am 21.11.2025 die 2. Klausur im Kloster Roggenburg. Achim Wicker und Monika Bucher begrüßten die Vorstandschaftsmitglieder

Verschiedene Projekte, die im kommenden Jahr 2026 beginnen und fortgeführt werden standen auf der Tagesordnung. So werden Übernachtungsquartiere vor allem auch private für die Pilger auf dem Martinusweg gesucht. Eine vorhande Liste auf dem Regionalweg Hohenlohe-Franken wurde vorgestellt, die erweitert werden soll. Dazu soll auch ein Flyer erstellt und verteilt werden. Ebenfalls gesucht sind Wegpaten für die Abschnitte, für die es noch keine Ansprechpartner gibt und will sich deshalb mit den Dekanaten zum Austausch vernetzen.

In Trier wurde ein Verein des Europäischen Kulturweges St. Martin gedründet, dem wir ab 2026 als Mitglied angehören.

Gottesdienst bei der Klausur

Der 2 Klausurtag begann mit einem Gottesdienst in der Hauskapelle. Danach wurden die Ziele für die kommenden Jahre erarbeitet.

Ein wichtiges Thema war, wie wir in den nächsten Jahren die Ausgaben reduzieren können. Dazu kamen u.a. Vorschläge gewisse Tätigkeiten bei Änderungen auf unserer Homepage in Eigenregie durchzuführen, da jede Änderung sehr teuer zu Buche schlägt. 

In diesem Zusammenhang soll auch die Öffentlichkeitsarbeit in den neuen Medien forciert werden. Gerade die jüngere Generation, die mit diesen Medien gut vertraut ist, wird versucht hierbei einzubinden und so auch diese Altersgruppe für die Mitarbeit in der Martinusgemeinschaft zu gewinnen. Denn gerade ein rechtzeitiger Generationswechsel in der Vorstandschaft, für die Wegpaten und Pilgerbegleiter ist für die kommenden Jahre der Martinusgemeinschaft essentiell. 

Für die Vergabe des "Prix du Partage" wurden Vorschläge erarbeitet. Hier sollen auch für die Erstellung einer Skulptur Inklusionsbetriebe angefragt werden.

Klausurteilnehmer

Text und Fotos: Hermann Franze

Dekanatspilgertag 
Martinus trifft Jakobus

Der Dekanatspilgertag am 27. September 2025 des Dekanats Reutlingen-Zwiefalten 
in Kooperation mit der ACK Pliezhausen mit dem Motto: Martinus trifft Jakobus 
startete dieses Jahr an der ev. Kirche in Rübgarten. Für das Teilen sind beide Heilige 
bekannt, was an mehreren Stellen auch thematisiert wurde. Vor dem Start gab es 
noch eine Kirchenführung, die Herr Wandel von der ev. Kirche übernahm. Ein 
besonderes Kleinod ist der 500 Jahre alte gotische Flügelaltar und die 
Rokokokanzel. Die Liebe zu seiner Kirche war dabei unverkennbar.

Bevor wir uns auf den Weg machten, sangen wir noch ein Lied und Dekan Friedl gab 
den Pilgersegen. Vorbereitet wurde der Dekanatspilgertag von Dekanatsreferent 
Clemens Dietz, der auch einen großen Teil der Impulse ausgesucht hat. Besonders 
gefreut haben wir uns über die Teilnahme von Frau Pastorin Monika Brenner von der 
EmK in Pliezhausen, die damit ihre ökumenische Verbundenheit zum Ausdruck 
brachte. Sie hatte sich ebenfalls auf die Pilgerwanderung vorbereitet und erklärte uns 
die sieben Schlüssel des Pilgerns: Langsamkeit, Freiheit, Einfachheit, Sorglosigkeit, 
Stille, Gemeinschaft und Spiritualität. Diese Werte zeichnen das Pilgern aus und 
stehen im krassen Gegensatz zu den olympischen Werten wie schneller, weiter und 
stärker. Sehr schön und inspirierend waren dann die Impulse von Clemens Dietz und 
die ausgesuchten Lieder und Liedrufe unterwegs. 

Vorbei ging es am Jägersitz und dem Biotop mit dem Seerosenteich hin zum Schloss 
Einsiedel. Hier wurden wir bereits von Thorsten Kemmler mit heißem Kaffee erwartet. 
Nach einer gemütlichen Pause nahmen wir dann den Rest der Strecke zurück nach 
Rübgarten unter unsere Füße. 

Am Ende nahm Dekan Friedl in der ev. Kirche noch mal das Wort und bedankte sich 
bei den Teilnehmern und verabschiedete die Gruppe ins wohlverdiente Wochenende. 
Auch wenn wir die Sonne an diesem Tag etwas vermisst hatten, sind wir alle trocken 
geblieben und freuen uns bereits jetzt auf den nächste Dekanats-Pilgertag im Jahr 
2026, am 26. September, vermutlich eine Etappe des Martinuswegs im Lautertal.  

Bericht: Hans Schäffer (Mittelstadt) / Clemens Dietz (Reutlingen)

 

Pilgergruppe vor Schloss Einsiedel; Foto: Kath. Dekanat

Kulturstraße Martinusweg von Szombathely nach Tours – unterwegs als Pilger und als Europäer

Vom Osten Ungarns bis in den Nordosten Frankreichs. Nächstes Jahr nach Rottenburg und in zwei Jahren durch unsere Gemeinde.

Die EU schickte 2022 eine Gruppe aus Ungarn, Österreichern und Deutschen auf den langen Weg von Ungarn nach Tours. Angeleitet werden sie von Brigitte Andree, einem Mitglied unserer Gemeinde. Auch nach Ende der Förderung wandern die Pilger weiterhin Jahr für Jahr in Etappen rund um Pfingsten – dem Fest, an dem der Heilige Geist ein Verstehen über Sprachgrenzen hinweg ermöglicht. 2022 wanderten sie bis Wien, 2023 bis Passau, 2024 nach München. Dieses Jahr gelangte die Gruppe bis Augsburg, nächstes Jahr ist der Weg nach Rottenburg geplant und in zwei Jahren werden sie unsere Gemeinde durchqueren. Einige Pilger kamen und gingen nur ein Teil des Weges, doch ein Kern ist die ganze Strecke gegangen.

Gemeinschaft und Solidarität – Begegnung in einer komplexen Welt
Pilgern vereint Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen. Auf dem Martinusweg entsteht eine besondere Gemeinschaft, in der Erfahrungen, Geschichten und Unterstützung geteilt werden. In dieser Solidarität ist es möglich, fremde Positionen neu einzuordnen, sich christlich ohne Vorverurteilung zu begegnen. Im gemeinsamen Unterwegssein gelingt es, sich neu zu begegnen, feste Weltbilder zu hinterfragen. In einer Welt, die zunehmend unsicherer wird und in denen Menschen in ihren eigenen „Informationsblasen“ festhängen, werden Brücken gebaut. So wie Martinus seinen Mantel teilte, so teilen wir unseren Weg. Gemeinsamkeiten werden sichtbar, ein gemeinsames Ziel, dass wir gemeinschaftlich erreichen. 

Die Bedeutung des Martinusweg
Pilgern auf dem Martinusweg war und ist mehr als nur Wandern. Auf unserem langen Weg durch Europa wird nicht nur die Natur zu einem zentralen Begleiter. Wälder, Berge, Flüsse und Felder bieten eine Kulisse, die beeindruckt und die zum Nachdenken anregt. Die Stille und Schönheit der Landschaften ermöglichen eine einzigartige Verbindung. Wir sehen historische Städte, Landschaften und Denkmäler. Doch mehr noch: wir sehen den Menschen im anderen. Wir erleben Begegnung so wie der Heilige Martin damals dem Bettler begegnete.

Es ist ein wunderbares Geschenk, dass der Weg des Heiligen Martin, der lange Weg, der ihn von seinem Geburtsort bis zu seiner Begräbnisstätte geführt hat durch unsere Gemeinde verläuft. Dieses Geschenk anzunehmen, ist der wahre Zauber, der jedem Schritt auf dem Weg innewohnt. 



Für die Martinusweg-Pilger: Brigitte Andree

Samstagspilgern von Aarlach nach Bonlanden

Wir hatten uns mit 11 Pilger in der Kapelle in Arlach wie gewohnt getroffen und nach einem Impuls gingen wir los.
Das Wetter war auch so richtig zum Pilgern, immer wieder Sonnenschein und die Pilger waren Glücklich darüber, denn einen Tag zuvor hatte es stark geregnet und viel Wind.
In Tannheim und Berkheim war wieder ein halten und Gebet angesagt. Nach einem Mittagessen, das wieder von der Bäckerei Huber gespendet wurde gingen wir wieder gestärkt weiter auf der letzten Etappe mit Rosenkranz für den Frieden. Am ende unseres Samstagspilgern mit HL. Martinus und Hl. Franziskus wurden wir mit Glockengeläut in Bonlanden empfangen.
Es war ein besonderer Pilgertag, denn das Kloster hatte heute den Feiertag denn es war der 04.10 der Sterbetag von des HL. Franziskus, Wir konnten die Hl. Messe (Hochamt) mitfeiern mit den Schwestern dort.
Ein wunderschönes Ende eines Pilgertages mit dankbaren Menschen. Danach war Ausklang mit Kaffee und Kuchen.

Text und Bilder: Rudolf Link

 

Martinstiere sind preisgekrönt

Die Tiere des heiligen Martin Roxy Ross und Gani Gans haben am 6. November 2025 einen Preis von „Weißt du, wer ich bin?“ bekommen. Das ganze Team war bei der Verleihung im Haus der katholischen Kirche dabei. Bild: DRS / Annika Werner 
Roxy und Gani erklären kindgerecht, welche Besonderheiten verschiedene Glaubensrichtungen haben. Dafür sind sie nun ausgezeichnet worden. 
"Es gibt Projekte, an denen man gerne arbeitet, auch wenn sie anstrengend sind", sagte Dekanatsreferentin Angela Schmid bei der Preisverleihung von "Weißt du wer ich bin" und fuhr fort: "So wie Roxy und Gani - weil sie den Menschen immer ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Deswegen freuen wir uns sehr, dass Sie so begeistert von unserem Projekt waren und es heute auszeichnen."
Roxy Ross und Gani Gans sind als Tiere des Heiligen Martin während der Corona-pandemie entstanden – seitdem veröffentlichen sie auf ihrer Webseite Bastelanleitungen für Familien, erklären Feiertage und laufen bei Veranstaltungen in Lebensgröße umher. Vor mehr als zwei Jahren ist in Zusammenarbeit mit dem Rat der Religionen in Stuttgart die Idee entstanden, dass Roxy und Gani doch auch verschiedene Religionen vorstellen und erklären könnten. Mithilfe einer Förderung des Projekts „Weißt du, wer ich bin?“ konnten die ersten Videos umgesetzt werden, die unter anderem bei Youtube und auf den Social Media Kanälen der Diözese ausgespielt worden sind. Primäres Ziel war, dass es die Kurzfilme auch in die Schulen schaffen und dort zum Beispiel im Religionsunterricht gezeigt werden.

Das Team von Roxy und Gani nimmt den Preis entgegen.

Das Projekt „Weißt du, wer ich bin?“ fand die Idee so gut, dass es nicht nur die Umsetzung gefördert, sondern nun auch das Ergebnis mit einem Preis belohnt hat. Im Zuge seiner Fachtagung in Stuttgart hat das Projekt zwei herausragende Beispiele für ein friedliches Miteinander der Religionen preisgekrönt – darunter eben Roxy und Gani. Bei der Eröffnung der Fachtagung drückte Stadtdekan Dr. Christian Hermes seine Freude darüber aus und betonte: "Einander schon im Kindesalter besser kennenzulernen ist die beste Prävention für Toleranz und ein friedliches Miteinander und der beste Schutz gegen Abgrenzung, Missverständnisse und Ablehnung." Dr. Timo Güzelmansur von der Christlich-Islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle der Deutschen Bischofskonferenz würdigte das Projekt bei der Verleihung. Es mache Religion für Kinder und Familien greifbar, so Güzelmansur: "Es beweist eindrucksvoll, dass religiöse Bildung nicht kompliziert sein muss, sondern einfach und fröhlich sein kann." Er beschrieb das Projekt als zutiefst menschlich, als wegweisende Inspiration. Deniz Kiral vom Rat der Religionen fügte hinzu: "In einer Zeit, in der das 'wir' und 'ihr' mehr Platz bekommt, ist der interkulturelle Dialog sehr wichtig und ich hoffe, dass wir auch in Zukunft mehr verbindende Projekte wie dieses sehen können."

„Roxy und Gani und die Religionsgemeinschaften“ beschäftigte sich mit dem katholischen und evangelischen Glauben, außerdem mit den Hindus, den griechisch-orthodoxen Christen, den Aleviten, den Ahmadiyya, den Buddhisten, der Bahá’í-Gemeinde und den Juden.
Das Team, das Roxy und Gani seit Jahren am Leben erhält und immer wieder neue Abenteuer auf Lager hat, setzt sich aus Haupt- und Ehrenamtlichen der Diözese Rottenburg-Stuttgart zusammen. Für die Religionsgemeinschaften-Reihe war Angela Schmid aus dem Stadtdekanat Stuttgart federführend tätig. Sie kann sich auf die Hilfe von Markus Vogt, Stephanie Vogt, Beate Vallendor, Martina Fuchs, Judith Amann, Julia König, Monika Scafuro und Simone Matzner-Seneschi und Anna Funk verlassen. Gefilmt wurden die Roxy-und-Gani-Abenteuer von Elisabeth Perkovic.
Das Projekt „Weißt du, wer ich bin?“ ist ein Zusammenschluss der drei großen Religionen Christentum, Judentum und Islam, der sich für ein friedliches Zusammenleben aller Glaubensgemeinschaften in Deutschland einsetzt.

Text: von Jacqueline Fritsch Stabstelle Mediale Kommunikation der Diözese Rottenburg Stuttgart

Gruppenbilder von Annika Werner Stabstelle Mediale Kommunikation der Diözese Rottenburg-Stuttgart

 

"Licht teilen"

„Licht teilen“ heißt eine Aktion, welche die St. Martinusgemeinschaft e.V. seit fünf Jahren sehr erfolgreich mit der Diözese Rottenburg-Stuttgart durchführt. In den Wochen vor Sankt Martin können Familien, Kindergärten, Schulklassen und Gruppen Lichtertüten bestellen, um diese zu bemalen. Der Gedanke dahinter: jedes Kind bemalt zwei Tüten. Eine behält es für sich, eine andere verschenkt es an jemanden anderen, der ein Licht gerade besonders gut gebrauchen kann. Über 72.000 Lichtertüten wurden in diesem Jahr verschickt, so viele wie noch nie. Bereits Anfang Oktober waren alle Lichtertüten restlos vergriffen. Achim Wicker, Geschäftsführer der St. Martinusgemeinschaft und Dekanatsreferent freut sich über diese Resonanz und darüber, dass auch im Dekanat Balingen viele Lichtertüten verteilt wurden. Aus der ganzen Diözese erhält er Fotos von bemalten Lichtertüten zugeschickt. „Erst gestern hat mich das Foto einer Kindergartengruppe aus Hirrlingen erreicht. Die Kinder haben dort Lichtertüten bemalt und werden diese kommende Woche im Altersheim bei einem Besuch verteilen“. Gestaltet hat die Lichtertüten bereits zum vierten Mal Christian Wicker. Der 21jährige Ostdorfer lässt sich jedes Jahr ein neues Motiv mit Sankt Martin und dem Bettler einfallen. Die Lichtertüte 2025 zeigt Sankt Martin und den Bettler stehend und lächelnd. Beide begegnen sich auf Augenhöhe und haben jeweils einen halben Mantel umgelegt. So muss niemand frieren. Sankt Martin gibt dem der weniger hat und so haben beide genug. In der heutigen Zeit eine wichtige Botschaft, findet Christian Wicker. Ein Höhepunkt war am Montag die Übergabe von Lichtertüten an Bischof Dr. Klaus Krämer im Bischofshaus in Rottenburger. Bischof Krämer zeigte sich beeindruckt vom Erfolg der Aktion und würdigt das Engagement. Besonders bedankt er sich bei Christian Wicker für die gelungene Gestaltung der Lichtertüte 2025.

Foto: von links nach rechts
Christian Wicker, Bischof Dr. Klaus Krämer, Monika Bucher, Vorsitzende der St. Martinusgemeinchaft, Achim Wicker

Foto: Quellenangabe: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Jochen Wiedemann

Pressemeldung St. Martinusgemeinschaft e.V. / HA IV Pastorale Konzeption Bischöfliches Ordinariat, Rottenburg, für Rückfragen: Achim Wicker, 0163/1406427

Sankt Martin in Berlin-Kreuzberg

Die Verehrung Sankt Martins hat in Berlin und Brandenburg keine lange und große Tradition. So gibt es in Berlin unter den hunderten von Kirchen nur eine Martinskirche, nämlich die 1957 in Tegel eingeweihte evangelische Martinuskirche. Dennoch haben sich in der Stadt Laternenumzüge im Namen von Sankt Martin eingebürgert, zum Beispiel in der evangelischen Martha-Gemeinde in Kreuzberg, einem stark migrantisch geprägten Stadtteil. Die Gemeinde mit ihrer 1904 eingeweihten Martha-Kirche hat, wie schon der Name sagt, von Anfang an eine besondere Ausrichtung auf Frauen. Die bildlichen Darstellungen in der Kirche zeigen fast durchweg die Begegnung Jesu Christi mit Frauen. Die Pflege weiblicher Spiritualität ist so ein besonderes Anliegen in dieser Gemeinde und zieht Menschen aus ganz Berlin an.
Am Sonntag, den 9. November feierte nun die Martha-Gemeinde ihren diesjährigen Martinstag. Um 16.00 begann der Gottesdienst, zu dem viele junge Familien mit ihren Kindern aus dem Umfeld kamen. Els van Vemde, die Vorsitzende des Gemeindekirchenrats, erzählte in eindrücklicher Weise die Geschichte von Martin und seiner Abkehr vom Kriegsdienst für den Kaiser und von seiner Hinkehr zum Dienst für die Menschen und für Gott. Von Kindern und Jugendlichen der Gemeinde wurde dann die Geschichte dargestellt, wie Martin mit einer obdachlosen Bettlerin (!) seinen Mantel teilte und dann in der Nacht ihm Christus in der Gestalt der Bettlerin erschien und ihn zu einem neuen Leben rief. In einer zweiten Szene wurde dargestellt, wie Martin sich vor den Kaiser für die Armen einsetzte.
In der anschließenden Predigt sprach Rens Dijkman-Kuhn, die Gemeindepfarrerin, von dem Licht, das in unseren Herzen aufscheint, wenn wir miteinander teilen, und von dem Licht, das Gott in unsere Herzen scheinen lässt und dort Glauben und Hoffnung weckt.
Nach diesem eindrücklichen Gottesdienst zogen wir durch das Stadtviertel und sangen Martinslieder, begleitet von Uli Domay, einem der Musiker der Gemeinde, auf der Melodika. 
Den Anschluss bildete ein Lagerfeuer, an dem gerade die Familien mit ihren Kindern bei Gebäck und heißen Getränken noch lange saßen.
Es war ein eindrücklicher Martinstag, der die Botschaft Martins, seine Zuwendung zu Gott und den Menschen, zum Dienst Jesu Christi lebendig werden ließ und zur Nachfolge ermutigte.

Marthakirche

Text und Bilder: Pfarrer Michael Harr Mitglied der Martinusgemeinschaft

Pilgertag am 11.10.2025 - Danken und Tanken

Gerade zur Erntedankzeit haben wir uns in der Schwalldorfer Kirche getroffen, uns bewusst in die Gegenwart Gottes gestellt und darüber nachgedacht, wie wir im Alltag die vielen kleinen Dinge achtsam wahrnehmen können, die uns täglich neu geschenkt werden. Zusammen pilgerten wir durch die herrlichen Farben der Herbstlandschaft, genossen den Weitblick ins Neckartal bei Schwalldorf und den Rundumblick auf der Anhöhe des Kuhplattenweges. In der Kirche in Frommenhausen lenkten wir unseren Blick auf die Menschen, denen wir etwas verdanken, die uns wichtige Wegbegleiter:innen waren oder sind und zündeten für sie eine Kerze an. Herr Löchner zeigte uns dann die Pilgerherberge in Frommenhausen und wir staunten über das bemerkenswerte Engagement der Ehrenamtlichen, hier für Pilger:innen einen Ort der Gastfreundschaft anzubieten und dass hier über 200 Ukrainer:innen Zuflucht fanden vom Frühjahr 2022 an bis Juli 2023. Nach unserer Rast in der Pilgerherberge gingen wir gestärkt weiter zu unserem Ziel der Hirrlinger Martinuskirche. Dort bewunderten wir den Erntedankteppich, der den Dank an Gott für die reichen Erntegaben zum Ausdruck bringt und der nur aus Samen, getrockneten Blüten, Gewürzen, … gelegt wurde. Im Wohnzimmercafé der Familie Saile-Leins ließen wir den Pilgertag mit Kaffee und Kuchen ausklingen.

Erntedankteppich

Bericht und Foto: Birgit Saile-Leins

5. Pilgerforum in Nürnberg am 25.10.2025


Am Freitag, 24.10.1025 wartete der Café-Bus „Doppelleckerbus“ vor der Jakobskirche in Nürnberg auf die Pilger und Besucher und lud zum Kaffee und Kuchen ein.

Abends berichteten der ehemalige Pastor Michael Malcin und die beurlaubte Lehrerin Helene Volkensfeld bei ihrer Buchvorstellung „Abgefahren“ in der Kirche von ihrer Reise auf dem Jakobsweg nach Spanien.

Am Samstag feierten die Besucher zusammen mit den Sternpilgern den feierlichen Eröffnungsgottesdienst in der Jakobskirche. Pfarrer Schott betonte in seiner Eröffnungsrede, dass er sich immer einen solch gut besuchten Gottesdienst wünscht, der bis auf den letzten Platz besetzt war.

Frau Pastorin Zeiher verglich in der Predigt das Pilgern, bei dem man viel erlebt, mit der Beherbergung von Pilgern, wo dem man nicht selbst pilgert, aber die Erlebnisse mit den Pilgern teilt.

Die Besucher des Gottesdienstes hielten sich anschließend an den Infoständen im Foyer und im Chorraum der Kirche und im Gemeindesaa im 2. Stock auf. In den Räumen von St. Elisabeth wurden zudem zehn Vorträge und Workshops angeboten.

Gerlinde und Otto Abele vertraten die Diözese Rottenburg-Stuttgart und stellten das vielfältige Pilgerland Baden-Württemberg und insbesondere den Martinusweg im Chorraum der Kirche den vielen Besuchern des Pilgerforum vor.

Die verschiedenen St.Jakobusgesellschaften zeigten den Jakobsweg in seiner Vielfalt, der Wolfgangweg wurde nach Aussage des Pilgerführers bis nach St. Wolfgang in Österreich erweitert und die Pilgergemeinschaft in Augsburg hat bereits ihr Programm zum Samstagspilgern für 2026 vorgestellt. Es gab einen Podcast, der ADFC stellte mit der ev. Kirche das Radpilgerweg-Netz vor, die verschiedenen Pilgerwege im Bistum Essen, den Dürerweg, den Jerusalemweg, den europäischen Pilgerweg VIA NOVA und vieles mehr wurden präsentiert. Den Flyer mit den Informationsständen sowie den Vorträgen und Workshops können Sie durch Anklicken des Links aufrufen.

Wir hatten tolle Gespräche mit den Besuchern und konnten an den Informationsständen im Gespräch unsere Erfahrungen austauschen und Neues kennenlernen.

Text und Bilder
Otto und Gerlinde Abele

 

 

 

 

Ökumenischer Pilgertag am 25.10.2025

Dieser Pilgertag stand ganz im Zeichen der ökumenischen Begegnung. Zwölf unerschrockene Pilger aus verschiedenen Konfessionen ließen sich auch von den angekündigten Ausläufern des Sturmtiefs Joshua nicht abhalten und pilgerten von Schömberg nach Balingen. Schon nach kurzer Zeit hörte der Regen auf, die Sonne kam heraus und wir konnten die herbstlich verfärbte Landschaft mit Blick auf Albtrauf und Burg Hohenzollern genießen. In den Stationen katholische Wallfahrtskirche Palmbühl und evangelische Stadtkirche Balingen hielten die Geistlichen Impulse zum Pilgermotto „Aufbrechen – Wohin pilgern wir?“. In der orthodoxen Kirche Hl. Martin von Tours (Siechenkapelle) in Balingen konnten wir an einer (verkürzten) abendlichen Vesper teilnehmen. Der Pilgertag fand seinen Abschluss mit Kaffeetrinken und Gesprächen in der Siechenkapelle. Ein herzliches Dankeschön an die beteiligten Seelsorger, den katholischen Pastoralreferenten Michael Holl, die evangelische Pfarrerin Sabine Kluger sowie den orthodoxen Priester V. Michael Buk.                                            Text: Tilmann Schmitz                      

Pilgerwanderung

Foto: Birgit Saile-Leins

Hinter dem Rücken des Bischofs wird viel geschnattert… 

Kirchengemeinderäte der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal

mit Pfarrer Klaus Stegmaier auf Rottenburg-Tour

Zu einer ganztägigen Rottenburg-Tour haben Pfarrer Klaus Stegmaier und Anita Wenger, die als „Vakanzbegleiterin“ Pfarrer Stegmaier und die Kirchengemeinden pastoral und in Verwaltungsfragen vielfältig unterstützt, die Mitglieder der Kirchengemeinderäte, Pfarramtssekretärinnen und Kirchenpflegerinnen und Kirchenpfleger am Samstag, 11. Oktober eingeladen.Dabei standen mehrere Führungen auf dem Programm. Rolf Seeger, gebürtig aus Kißlegg und einstmalig unter anderem Leiter der Diözesanstelle Berufe der Kirche, Vorstand der Bischof-Moser-Stiftung und mehrere Jahre Stellvertretender Vorsitzender der Dompfarrei St. Martin Rottenburg, begrüßte die 26 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen mit seiner Frau und einem St.-Martins-Schokolädle am Busbahnhof Rottenburg.

Gruppenfoto

Foto: Jessica Lackner

Die anschließende Exkursion ging zunächst an ausgewählte Plätze der Stadt Rottenburg. An diesen Orten informierte Seeger über bedeutende Menschen, die Teil der reichhaltigen Geschichte der Bischofsstadt wurden. So ging er etwa mit des Nachdenkens werten Details auf den gebürtigen Rottenburger und einstmaligen württembergischen Staatspräsidenten Eugen Bolz ein, der im Nationalsozialismus im Januar 1945 durch Enthauptung hingerichtet wurde. Für den aufrechten Christen und Staatsmann Eugen Bolz läuft aktuell ein Seligsprechungsverfahren, wie auch für den siebten Rottenburger Bischof Dr. Joannes Baptista Sproll, dessen Seeger immer wieder gedachte. Ganz ohne offizielles Seligsprechungsverfahren, so konnten die Interessierten aus der ersten Heimat des Referenten erfahren,  wurde Jesuitenpater Rupert Mayer selig gesprochen, wie Seeger ein Geheimnis preisgab, das so wohl in keinem Geschichtsbuch steht.

Die Tour ging dann weiter mit einer - durch ebenfalls weithin unbekannte Anekdoten angereicherte - Führung im Dom St. Martin, wo Seeger früher in seiner Funktion als Stellvertretender Vorsitzender des Kirchengemeinderats auch Gelegenheit hatte, mit Bildhauer Wendelin Matt, der unter anderem den Volksaltar, den Ambo, aber auch die Kathedra, also den Bischofssitz schuf, zu sprechen. Dieser hat ihm seinerzeit verraten, dass, für die Gottesdienstbesucher und andere höchst selten sichtbar, auf der Rückseite des Bischofsstuhls Gänse eingraviert wurden. Diese könnten als Attribute des Patrons der Kathedrale, also des heiligen Martin, interpretiert werden. Nachdem die Gänse aber kaum erkennbar, vielleicht höchstens fühlbar eingraviert wurden, eröffnete Matt vor Zeiten das Geheimnis. Die Gänse, so erklärte er Rolf Seeger und dem früheren Bischof Dr. Gebhard Fürst damals auf Nachfrage, seien Hinweis darauf, dass eben „hinter dem Rücken des Bischofs tatsächlich viel geschnattert wird“, was dem Vernehmen nach auch zuzutreffen scheint. Seeger war bei seinen Ausführungen neben immer wieder wohltuenden humorvollen Randbemerkungen vor allem wichtig, die spirituelle Dimension der Gestaltung der Elemente der Bischofskirche zu erschließen.

In der frühesten Kirche Rottenburgs, der Sülchen-Kapelle, die zugleich Friedhofskapelle und Grablege der Rottenburger Bischöfe ist, ließ Seeger dann die Geschichte der im Jahre 1827 gegründeten Diözese Rottenburg über deren Bischöfe aufblitzen. Zuletzt gab der äußerst fachkundige Begleiter der Gruppe aus dem Oberen Achtal in der wohl für alle Mitreisenden noch ganz unbekannten Briccius-Kirche in Wurmlingen Informationen zu dem Patron der Kirche und einstmaligen Weggefährten des hl. Martin.

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Foto: Anita Wenger

Weil einige ganz sportliche, mittlerweile längst schon von Touristen zu Pilgern gewandelte Mitreisende noch tiefere spirituelle Wegerfahrungen sammeln wollten, ging es dann auch noch hoch zu der nicht nur von Ludwig Uhland hoch gepriesenen Wurmlinger Kapelle. Andere dagegen bereiteten sich bei Kaffee und Kuchen und äußerst zurückhaltendem Geschnatter auf bequemen Stühlen auf die Rückreise der längst zur Pilgerreise gewordenen Ausfahrt vor, die im Gasthaus Adler in Bergatreute einen geselligen und nochmals humorvollen Abschluss fand.

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Foto: Anita Wenger  -  Texte: Günter Brutscher

Pilgern von Binsdorf bis zur alten Weiler Kirche

Wie spontan Pilgern auf dem Martinusweg sein kann, erlebte Dekanatsreferent Achim Wicker am 3. Oktober in Balingen. 23 Personen hatten sich vorab angemeldet, über 50 kamen. Beim gutem Pilgerwetter begann der Nachmittag unter dem Thema „Den Weg und das Leben teilen – wie Sankt Martin“ mit einer Andacht in der St. Markus Kirche in Binsdorf. Den Pilgersegen spendete Dekan Pater AugustyKollamkunnel. Unter Führung von Wegpaten Alexander Müller ging es zur Loretokapelle, wo die erste Statio gehalten wurde. Unterwegs hatten die Teilnehmer die Aufgaben sich darüber auszutauschen, warum sie sich heute für die Teilnahme am Pilgertag entschieden hatten und welche Erwartungen oder Hoffnungen sie damit verbanden.

Loretokapelle

 1. Statio in der Loretokapelle mit Achim Wicker und Alexander Müller

Von der Loretokapelle ging es zuerst gemütlich ins Tal , bis dann die größter Herausforderung kam: der Hauser Talbach. Mit gegenseitiger Unterstützung schafften es letztendlich alle die steile Böschung zu überwinden und den Bach trockenen Fusses zu durchqueren. Nach so viel Abenteuer hatten die Pilgerinnen und Pilger sich eine Kaffeepause verdient, die am Rastplatz Erlaheimer Eich auf die Gruppe wartete. Nach der Rast lud Achim Wicker ein, sich im Schweigen Gedanken zu machen zur Frage: „Wie spüre ich Gott in meinem Leben? Wie erlebe ich seine Liebe?“ Durch den Owinger Wald ging es dann meist bergab zur alten Weiler Kirche, der ältesten Kirche Hohenzollern und einem romanischen Kleinod. Nach 11,3 Kilometer Pilgerwege war diese erreicht. Achim Wicker hielt die Abschlussandacht, die mit dem gemeinsam gesprochenen Segen schloss. Danach führte Pfarrer Ulrich Schury die Gruppe durch die Kirche. Sein besonderes Augenmerk galt dem „Vater Unser“ welches in Rankenform am Eingangsportal dargestellt ist. Diese Ranken wurden im Mittelalter beim Betreten der Kirchen berührt.

Alte_Weiler_Kirche_Owingen

Abschlussandacht in der alten Weiher Kirche  -  Fotos und Text Achim Wicker

Bürgermeister tanken Kraft beim Pilgern

Diözese Rottenburg-Stuttgart stärkt kommunale Führungskräfte mit neuem Angebot.

Stuttgart/Rottenburg a.N. Der erste „Pilgertag für Bürgermeister:innen“ – eine Einladung der Diözese Rottenburg-Stuttgart an die kommunalen Verantwortungsträgerinnen und -träger in Baden-Württemberg – stieß auf großes Interesse und am Ende des gemeinsamen Tages zeigten sich die Teilnehmenden von dem Angebot in der Natur allesamt sehr angetan und inspiriert. „Der Austausch untereinander, gesunde Bewegung verbunden mit Spiritualität: Das war sehr gut, weiter so!“, befand beispielsweise Konrad Menz, Bürgermeister von Blaustein im Alb-Donau-Kreis, und sein Amtskollege Michael Lehrer aus Aichhalden im Landkreis Rottweil hielt fest: „Manchmal braucht es einfach einen Impuls wie diesen, damit man rauskommt. Der Tag war sehr gelungen und er gab mir die Möglichkeit, am Ende der Sommerferien noch einmal Kraft zu tanken. Das alles hatte für mich einen riesigen Mehrwert.“

In einer sich polarisierenden Gesellschaft, in der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sich mit immer größeren Herausforderungen und auch Anfeindungen konfrontiert sehen, wolle sich die katholische Kirche solidarisch zeigen und unterstützen, erläuterte Ordinariatsrätin Karin Schieszl-Rathgeb, Leiterin der Hauptabteilung „Kirche und Gesellschaft“ im Bischöflichen Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart. „Es ist ein Angebot zum Auftanken, zum Kraftholen“, stellte sie an die Teilnehmer:innen gewandt fest und sagte: „Begegnungen können uns verändern.“ Laut Weihbischof Matthäus Karrer, Leiter der Hauptabteilung „Pastorale Konzeption“, möchte die katholische Kirche in Württemberg mit ihrem neuen Pilgerangebot so auch ein Zeichen setzen und den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern bei ihrer verantwortungsvollen Aufgabe beiseite stehen. Bewusst unterwegs zu sein, ins Gespräch miteinander zu kommen, sich Gedanken zu machen, sich einzulassen – darum gehe es auf der rund zwölf Kilometer langen Strecke, die die Pilgergruppe an diesem Tag von Obernheim zur Wallfahrtskirche auf dem Palmbühl bei Schömberg im Zollernalbkreis führte, hielt der Weihbischof zu Beginn des gemeinsamen Tages fest.

Unterwegs über Wiesen und durch Wälder gab es dabei viel Zeit zum Austausch über Gemeinsamkeiten, Herausforderungen und auch Privates. Unterbrochen wurde die Wegstrecke immer wieder von kurzen Stopps, dem gemeinsamen Gebet, von Impulsen und Denkanstößen: „Was bedeutet es für mich, zu pilgern?“, „Wie geht es mir, in meiner aktuellen Situation?“, „Was nimmt mir Kraft, was gibt mir Kraft?“ Weihbischof Karrer sagte: „Als Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sind Ihnen viele Menschen anvertraut. Sie kennen vielfach deren Not, Sie erleben oft genug Situationen, in denen Sie ohnmächtig sind, weil Sie diese Not nicht oder zumindest nicht sofort lindern können.“ Zu all dem kämen die vielen komplexen Krisen, die mit ungeheurer Wucht auch in den Alltag einer Gemeinde, einer Stadt und einer Gesellschaft hineinwirkten. Deshalb sei das neue Pilgerangebot auf dem Martinusweg ganz bewusst ein Tag für diejenigen, die bereit sind, Verantwortung für unser Gemeinwesen zu übernehmen.

Ordinariatsrätin Schieszl-Rathgeb fügte hinzu: „Pilgern heißt, in Distanz zu gehen, eine andere Perspektive einzunehmen“ und diesem Blick im Vertrauen auf Gott als unserem ständigen Begleiter, der uns Kraft gibt, zu vertrauen. So könne Pilgern auch bedeuten, manche Last abzulegen. Weiterzugehen. Unterwegs zu sein im Glauben, dass das, was man braucht, was einen nährt, schon da ist und sich als jemand zu begreifen, der aus dem Unterwegssein mit anderen und mit Gott seine Kraft schöpft. Diese Gedanken spiegelten sich auch in den Rückmeldungen mehrerer Teilnehmenden wieder, die betonten, dass es im Amt des Bürgermeisters auch immer wieder darum geht, Stärkung und Mut an die Menschen weiterzugeben. Und bevor es nach den Sommerferien nun wieder in den oft fordernden Alltag geht, habe sie das gemeinsame Pilgern auch dafür neue Kraft und Inspiration schöpfen lassen.

Zum Hintergrund: Das Pilgerangebot für die gewählten Amtsträger in der Kommunalpolitik entstand im Bischöflichen Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Zusammenarbeit zwischen der Hauptabteilung „Pastorale Konzeption“ sowie der Hauptabteilung „Kirche und Gesellschaft“ mit ihren Fachbereichen „Gesellschaftspolitik und Demokratieförderung“ sowie „Führungskräfte“. Laut Weihbischof Matthäus Karrer soll das neue Pilgerformat nach seiner erfolgreichen Premiere in Zukunft regelmäßig zum Ende der Sommerferien an unterschiedlichen Orten angeboten werden. 

Text: Diözese Rottenburg - Stuttgart/Gregor Moser

 Die Teilnehmenden des ersten „Pilgertags für Bürgermeister:innen“ der Diözese
Rottenburg-Stuttgart versammeln sich gemeinsam mit Weihbischof Matthäus Karrer 
(vordere Reihe, dritter von rechts) und Ordinariatsrätin Karin Schieszl-Rathgeb 
(vordere Reihe, vierte von links), zum Gruppenbild vor der Wallfahrtskirche auf dem
Palmbühl.
Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

 

Ordinariatsrätin Karin Schieszl-Rathgeb (zweite von rechts) und Weihbischof
Matthäus Karrer (rechts) bei der Statio auf dem Burgbühl vor Tanneck.
Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

Unterwegs beim "Pilgertag für Bürgermeister:innen auf dem Martinusweg Donautal-
Zollernalb. Achim Wicker (rechts), der im Bischöflichen Ordinariat der Diözese 
Rottenburg-Stuttgart für die Themenbereiche "Pilgern" und "Wallfahrten“ zuständig ist,
zeigt den Weg.
Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart /Georg Moser

Pilgertag auf dem Martinusweg

Zu einer ganz besonderen Auszeit lädt das Katholische Dekanat Balingen am Freitag 3. Oktober 2025 ein. Unter dem Motto „Das Leben teilen – wie Sankt Martin“ pilgern die Teilnehmer 11 Kilometer auf dem Martinusweg Donautal-Zollernalb von der Kirche St. Markus in Binsdorf bis zur Alten Weiler Kirche bei Owingen. Geistig gestaltet wird der Tag von Dekanatsreferent Achim Wicker mit Stationen zu Beginn, unterwegs an der Loretokapelle Binsdorf und in der Weiler Kirche. Im Mittelpunkt steht Sankt Martin, der sein Leben und seinen Glauben immer wieder mit seinen Mitmenschen geteilt hat. Von Binsdorf geht es für die Pilger unter Führung von Wegpate Alexander Müller zuerst durch die Streuobstwiesen zur Loretokapelle, bevor der weiter Weg in Richtung Erlaheimer Eich führt, wo eine kleine Kaffeepause vorgesehen ist. Durch den Wald verläuft der Weg leicht bergab nach Owingen und schließlich zum Ziel der Alten Weiler Kirche. Dort findet gegen 17:15 Uhr die Abschlussandacht statt. Danach besteht noch die Möglichkeit zur gemeinsamen Einkehr.

Treffpunkt für die Pilger ist um 12:30 Uhr auf dem Friedhofsparkplatz an der Alten Weiler Kirche, Weiler, 72401 Haigerloch-Owingen. Von dort bringt ein Bus die Pilger um 12:40 Uhr zum Startpunkt in Binsdorf. Für die Fahrt wird um eine kleine Spende gebeten. 

Um Anmeldung beim Katholischen Dekanat, Telefon 07433/9011010, wird gebeten. Eine Teilnahme ist aber auch spontan möglich.

Pilgertag

Bild und Text: Achim Wicker und Alexander Müller

Nähere Informationen gibt es auf unserem Infoblatt.

Unterwegs auf dem europäischen Martinusweg von Niederkappel in Österreich bis nach Poigham in Niederbayern

Dieses Jahr steht unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ und so erlebten wir eine intensive und bereichernde Zeit geprägt von Gemeinschaft, sehr guten Gesprächen und erlebnisnahen Momenten.

Wir legten täglich um die 18 Kilometer zurück, wobei der Freitag mit einem Endspurt von 24 Kilometern die weiteste Strecke war. Alexander Schwab und Alois Zehetner führten uns sicher auf dem Martinusweg zu unseren Zielorten. Trotz eines regnerischen Sonntags, mit sehr vielen gegangenen Höhenmetern, waren wir stolz auf uns, auch diesen Tag geschafft zu haben. Die restlichen Tage zeigte sich das Wetter von seiner guten Seite, mit trockenen und sonnigen Abschnitten.

Ein besonderer Höhepunkt der Pilgerwoche war der Grenzübertritt am Dienstag, 16.9.2025 nach Passau. Zu diesem Anlass waren auch Gäste eingeladen, um mit uns gemeinsam dieses bedeutende Ereignis zu feiern. Anschließend feierten wir in der Andreaskapelle beim Passauer Dom einen gemeinsamen Gottesdienst. 

Insgesamt war diese Pilgerwoche ein voller Erfolg, welche uns nicht nur körperliche Herausforderungen abverlangte, sondern uns vor allem in der Gemeinschaft wertvolle Erlebnisse schenkte. Als Erinnerung erhielten die Teilnehmer einen Schlüsselanhänger mit der Aufschrift Glaube – Hoffnung – Pilgern. 

  

Bischof Stefan Oster mit der Pilgergruppe im Maximillianhaus in Passau

Bericht vom Pilgertag am 20.09.25: „Briccius - ein Patron und fremder Heiliger (Wurmlingen)“

Eine kleine aber feine Pilgergruppe machte sich Ende September auf den Weg rund um die Wurmlinger Kapelle bei Rottenburg. Allgemein bekannt sind die Anfangszeilen des Gedichtes von L. Uhland: „Droben stehet die Kapelle, schauet still ins Tal hinab“, das sich auf dieses besondere Kirchengebäude in exponierter Lage bezieht. Der Sommer strengte sich noch einmal richtig an: Bei 30 Grad Temperatur bot die Einkehr in die kühle Kirche sowie die 1000-jährige Krypta eine Erholung. Impulse brachten uns drei heute eher unbekannte Heilige aus der Frühzeit des Christentums im fränkischen Reich näher: Briccius (Schüler und Nachfolger des Hl. Martin), Remigius („Apostel der Franken“) und Ägidius (einer der 14 Nothelfer), deren ihnen geweihte Kirchen wir besuchten. Wie es in einem Impuls hieß: „Heilige sind Menschen, durch die die Sonne Gottes scheint.“   Der  Ausklang belohnte mit einem entspannten Cafébesuch mit Blick auf Neckartal und Kapellenberg.

Tilmann Schmitz

Feierlicher Grenzübertritt auf dem Martinusweg

Pilgern auf dem Martinusweg - Pilger unterwegs von Ungarn nach Frankreich

Brücken zwischen Menschen und Ländern hat nicht nur der heilige Martin gebaut, sondern seit acht Jahren auch der ihm geweiht europäische Kultur- und Pilgerweg „Via Sancti Martini“. Im Jahr 2017 startete eine Pilgergruppe aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart am Geburtsort des Heiligen im ungarischen Szombathely, um jedes Jahr eine Woche auf dem Weg zu pilgern.

Acht Jahre und viele hundert Kilometer später erreichte die Gruppe mit Pfarrer Gerhard Bundschuh und Susanne Kroggel nun bei Passau die deutsche Grenze, was mit einer Feier zum Grenzübertritt begangen wurde. Fast 30 Gäste und Pilgerinnen und Pilger aus vier deutschen Diözesen und aus der Martinsdiözese Eisenstadt in Österreich überschritten gemeinsam bei Haibach die Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Mit dabei Prälat Werner Redies und Josef Albrecht, sowie Professor Rainer Roth aus dem Bistum Passau und Eugen Baldas, vier Männer der ersten Stunde bei dem gemeinsamen Vorhaben. Ein Höhepunkt auf dem Pilgerweg war der Blick von Achleiten-Blaas auf die „schwimmende Stadt“ Passau.

Die Pilgergruppe gemeinsam mit Domprobst Dr. Michael Bär (achter von rechts) auf dem Domplatz in Passau       (Foto: Martinusgmeinschaft / Christine Neudorfer)

Eine Pilgergruppe aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart bei Gottesdienst im Passauer Dom mit dabei, der ganz im Zeichen von St. Martin steht.

In der Sankt Andreaskapelle des Passauer Doms feierte die Gruppe gemeinsam mit Domprobst Dr. Michael Bär, Pfarrer Gerhard Bundschuh, Domkapitular Roman Schwarz und Prälat Werner Redies einen feierlichen Gottesdienst, der ganz im Zeichen von Sankt Martin stand. In seiner Predigt ging der Domprobst auf die Bedeutung von Sankt Martin und des Teilens ein. Er betonte, dass für ihn die großen Dinge des Glaubens insbesondere im Teilen zu finden seien. Im Blick auf Pilgerwege und Wallfahrten hob er deren Bedeutung für die Diözese Passau hervor. Wer einen Pilgerweg gehe, gehe immer auch einen Weg zum Glauben, so Bär. Er schloss seine Predigt mit den Worten: „Hoffen wir, dass die Kirche der Zukunft dem Pilgern und Wallfahren treu bleibt und vor allem dem Teilen“.

Achim Wicker bedankte sich bei Domprobst Dr. Michael Bär

Achim Wicker, Geschäftsführer der St. Martinusgemeinschaft, bedankte sich bei Domprobst Bär für die Gastfreundschaft und überreichte ihm zusammen mit der Vorsitzeden Monika Bucher einen Pilgerrucksack, verbunden mit dem Wunsch, auch künftig gemeinsam im Geiste Martins und für den Martinusweg auf dem Weg zu sein. Wicker bedankt sich bei allen, die in den vergangenen Jahren dazu beigetragen haben, den Martinusweg in Deutschland und Europa bekannt und begehbar zu machen. „Sankt Martin hat uns vorgelebt, dass uns nur das Teilen weiterbringt“, sagte Wicker. 

 Foto: Martinusgmeinschaft / Christine Neudorfer

Traktor Pilgertour von Leutkirch nach Ottobeuren 

„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind“. Dieses Zitat von Francis Bacon bringt gut die Idee hinter der Oldtimer-Pilgertour von Leutkirch nach Ottobeuren auf den Punkt.

Am Ende des Sommers pilgerten am Samstag, den 06. September 30 Frauen und Männer mit 22 Traktoren von Leutkirch nach Ottobeuren, um ihre Dankbarkeit auszudrücken. Am Morgen trafen sich die Teilnehmer auf dem Parkplatz vor der Geschwister-Scholl-Schule in Leutkirch und fuhren gemeinsam mit ihren Traktor-Oldtimern bei strahlendem Sonnenschein über Balterazhofen und vorbei an Ottmanshofen nach Maria Steinbach. Dort erhielten sie eine anschauliche und lebendige Kirchenführung von Pater Hubert Veeser. Alle Traktoren fanden ein Plätzchen im Innenhof des Wallfahrtsortes. Beim Herausfahren aus dem Innenhof wurden alle Traktoren und ihre Fahrer von Pater Hubert gesegnet.

Traktorsegnung

Text und Bild Michael Maier

Danach bildeten die Liebhaber Kleingruppen und wählten je nach Geschwindigkeit ihres Traktors entweder die Südroute nach Ottobeuren über Bad Grönenbach und Wolfertschwenden oder die Nordroute über Kronburg, Woringen und Lachen. Um die Mittagszeit kamen die Traktoren in Ottobeuren an, wo alle Traktoren auf einem schönen Platz vor der prächtigen Kulisse der Basilika Ottobeuren parken konnten.

Traktoren vor der Basilika

Text und Bild Michael Maier

Nach einer gemütlichen Einkehr stand der Besuch in der ehemaligen Traktormanufaktur Martin in Ottobeuren auf dem Programm. Das Ziel der Pilgertour bildete die Basilika St. Alexander und Theodor in Ottobeuren. In der Krypta der Basilika brachten die Teilnehmer in einem abschließenden Gebet ihren Dank vor Gott. Danach stand die Rückreise an und alle Traktoren kamen wieder wohlbehalten in ihrem Zuhause an. Die Pilgertour wurde organisiert und begleitet von Pastoralreferent Michael Maier und Norbert Durach, auf dessen Initiative hin die Traktor-Pilgertour heuer das erste Mal stattfinden konnte. 

Lichtertütenaktion St. Martin 2025  - Licht teilen!

Sankt Martin ist in jedem Jahr etwas ganz Besonderes! Es gibt an vielen Orten in der Diözese Laternenumzüge  und wir erinnern uns daran, wie wichtig es ist, mit dem zu Teilen, der in Not ist. Darum laden wir auch in diesem Jahr wieder zu einer ganz besonderen Aktion ein: gemeinsam ein Licht zu teilen und so anderen Menschen eine Freude zu machen.

Dafür gibt es kostenlose Lichtertüten mit einem Bild von St. Martin. Die Lichtertüten können Kitas, Schulen, Seelsorgeeinheiten kostenfrei bestellen unter

https://expedition-drs.de/Lichtertueten-zu-St-Martin-2025-52844.html

Weitere Information gibt es auf unserer Webseite oder auf unserem Infoblatt.

Lichtertüte St.Martin 2025

Pilger und Pionier des Martinusweges Prälat Werner Redies feiert seinen 90. Geburtstag

Prälat Werner Redies, der seit 2010 in Ellwangen lebt, feiert im Rahmen eines Festgottesdienstes am 10.08.2025 in der Basilika St. Vitus seinen 90. Geburtstag - und blickt in der Begegnung mit Gemeindemitgliedern, Freunden und Weggefährten beim anschließenden Stehempfang und kleinem Mittagessen im Kreuzgang und Kreuzganggarten auf ein erfülltes Leben im Dienst der Kirche, der Menschen und des Glaubens zurück.

Gerne sind wir seiner Einladung gefolgt, denn Werner Redies war bei der Entstehung und am Aufbau unseres Martinusweges maßgeblich beteiligt, ein Pilger und Pionier der ersten Stunde und hat uns mit seinem großen Netzwerk so manche Tür geöffnet. Geistlicher Begleiter seit der Gründung der Martinusgemeinschaft am 29. Februar 2012 bis März 2018.  

 

Text und Bild: Monika Bucher

Vorstandsklausur vom 31.07. bis 01.08.2025 in Oberdischingen

Herzlich begrüßt wurden wir von David Langer Hausleitung und Bildungsreferent im Cursillo-Haus in Oberdischingen. Nach einer Einweisung in die Örtlichkeiten konnten wir unsere Zimmer beziehen und anschließend ein leckeres Mittagessen genießen.

Für unsere beiden neuen Vorstandsmitglieder war es die erste Klausur nach ihrer Wahl. Unsere Tagesordnung war mit vielfältigen Themen bestückt – Übernachtungsprojekt auf dem Regionalweg Hohenlohe-Franken, Aufgabenverteilung der Wegpaten an Tilmann Schmitz, Aufgabenverteilung Vorstand und erweiterter Vorstand und Kommunikation, Finanzen, Kongress der europäischen Kulturzentren St. Martin in Tours, mögliche Ziele in den kommenden Jahren, Jahresplanung 2025 und Ausblick 2026. Reichhaltig, umfangreich und sehr konstruktiv war unsere gemeinsame Arbeitszeit. Mit einem Abendspaziergang, Abendandacht und gemütlichen Beisammensein am Abend konnten wir unseren arbeitsreichen Tag ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen Eucharistiefeier mit Gerhard Bundschuh in der schönen Hauskapelle mit anschließendem Frühstück und der letzten Arbeitseinheit konnten wir nach dem Mittagessen unsere Heimreise antreten.

Text: Monika Bucher, Foto: Martinusgemeinschaft

Tausend Kilometer auf dem Martinusweg

Alwin Hummel war 40 Jahre lang Gemeindereferent. Jetzt pilgert er mit dem Fahrrad durch die Welt. 

Alwin Hummel fährt derzeit mit dem Fahrrad von Szombathely in Ungarn, Geburtsort des Heiligen Martin, entlang des Martinuswegs bis nach Balingen. 

Neue Umgebungen kennenlernen, schöne Weinberge sehen: Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, erlebt die Landschaft ganz anders als wer schnell mit dem Auto daran vorbeidüst. Das stellt Alwin Hummel bereits in den ersten Tagen seiner großen Radtour fest. Der ehemalige Gemeindereferent aus Balingen hat sich vorgenommen, von Szombathely in Ungarn auf dem Martinusweg bis nachhause zu radeln. Das sind rund 1000 Kilometer. Damit legt Alwin Hummel einen guten Teil des gesamten Martinuswegs zurück, der sich von Szombathely bis Tours in Frankreich über insgesamt mehr als 2500 Kilometer erstreckt. „Ich habe schon viele längere Touren gemacht, zum Beispiel auf dem Franziskusweg oder dem Jakobsweg“, sagt er. Inzwischen ist er mit dem E-Bike unterwegs und nicht mehr zu Fuß - das tut dem Pilgern aber keinen Abbruch. Natürlich ist dabei immer der Weg das Ziel. Alwin Hummel möchte auf seinen Touren viele bedeutende Pilgerorte und Wallfahrtskirchen sehen.

Auf den Spuren des Heiligen Martin

Auf seiner Tour fährt Alwin Hummel durch malerische Landschaften. 

Fotos: Privat von Alwin Hummel

Da ist der Martinusweg eine bestens geeignete Strecke. „In Eisenstadt begegnet einem der Heilige Martin an allen Ecken“, berichtet er. Besonders beeindruckend fand er das Stift Klosterneuburg, die Martinskirche und den Dom in Linz und den Stephansdom in Wien. „Wien ist sowieso immer ein Höhepunkt“, sagt Hummel. Für Radfahrer habe sich im letzten Jahrzehnt dort auch viel getan – eigentlich durch alle Großstädte sei er mit dem Fahrrad super durchgekommen.

Dass Alwin Hummels Tour ausgerechnet in der Geburtsstadt des Heiligen Martin gestartet ist, ist ein kleiner Zufall: Seine Frau hat in Szombathely Familie, sie machen dort oft Urlaub zusammen. So auch in diesem Sommer. Alwin Hummel hat sich einfach gedacht: „Da könnte ich doch mal mit dem Fahrrad heimfahren!“ Also packt er das E-Bike aufs Auto und nach dem Urlaub fahren er und seine Frau getrennt zurück. Sie braucht mit dem Auto etwa zehn Stunden nach Balingen, er 15 Tage. 

Pilger:innen halten zusammen

Auf seinen vielen Radtouren, egal ob auf Pilgerwegen oder anderswo, hat Alwin Hummel bisher sehr positive Erfahrungen gemacht. Wenn er zum Schlafen Campingplätze aufsucht, finden sich dort oft Gleichgesinnte; man kommt ins Gespräch und muss den Abend nicht allein verbringen. Auch wenn er Probleme hatte, ist er auf hilfsbereite Leute getroffen, egal in welchem Land. „Eigentlich passiert auf jeder Tour immer irgendwas“, sagt Hummel. Diesmal sei ihm der Gepäckträger gebrochen, er habe ihn provisorisch repariert und konnte bis zur nächsten Werkstatt fahren. „Wenn man dort auf solch große Hilfsbereitschaft trifft, sind das sehr schöne Erfahrungen“, sagt er. (Text von Jacqueline Fritsch Stabsstelle Mediale Kommunikation der Diözese Rottenburg-Stuttgart)

Von Martinskirche zur Martinskirche

Start war an der Martinskirche in Horrheim. 8 Pilger fuhren nach der Begrüßung von Diakon Albert Wild mit dem Reisesegen im Rucksack mit dem Bus nach Eberdingen. Nach einem kurzen Fußmarsch begrüßte uns die Mesnerin der Martinskirche, die uns die Kirche aufschloss.

Pilgerbegleiterin Andrea Jakoby erklärte uns die Geschichte dieser Martinskirche, die ihr 500 jähriges Jubiläum im Jahr 2020 feierte. 1858 erhielt der Chorflankenturm einen neugotischen Aufsatz, der das Aussehen dieser Kirche besonders macht.

Nach einer kurzen Stärkung mit Wasser, die uns die Mesnerin spendiert hat, ging es nach Riet und danach immer auf dem Radweg am Strudelbach entlang zu Fuß nach Enzweihingen zur nächsten Martinskirche. Diese erstmals im Jahr 1298 erwähnte Martinskirche ist die älteste Kirche in der Region und war die Mutterkirche aller umliegenden Kirchen und Kapellen.

Im Impuls von Albert Wild geht es um den einen Gott und den vielen Gottheiten in den Welt- und Naturreligionen, die aber immer nur von dem einen Gott handelt.

Im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts wurde die Martinskirche erweitert und im spätgotischen Stil umgebaut. Im Schlussstein ist St. Martin auf dem Pferd abgebildet.

Im Jahr 1648 wurde  die allgemeine Schulpflicht in Baden-Württemberg eingeführt; der Schulmeister war zugleich Mesner, Kantor und Organist und war dem Pfarrer unterstellt.

Der aktuelle Mesner und früherer Kirchengemeinderat hat uns an diesem Pilgertag die Kirche aufgeschlossen und uns mit Geschichten über die Kirche und des Ortes kurzweilig unterhalten. Erst in den 60. und 70. Jahren diesen Jahrhunderts wurden die farbigen Altarfenster im Chor eingesetzt, die die Geschichte von Jesus Christus erzählen.

Der Bus brachte uns wieder nach Horrheim zurück. Der Abschluss des Pilgertages fand wieder in der Martinskirche statt.

Kirche Eberdingen
Text und Bild: Otto Abele

Pilgern zu spirituellen Orten in Ludwigsburg

Am Samstag, 26.07.2025, trafen sich 6 Pilger, um zu ausgewählten spirituellen Orten in Ludwigsburg zu pilgern. Nach der Begrüßung und dem Start am Bahnhof ging es zum Solitudeplatz, auf dem die ehemalige Synagoge stand und heute noch der Grundriss dieser Synagoge auf dem Platz zu sehen ist. Auf diesem Platz stehen die nachgebildeten Koffer von Personen, die in der Nazizeit in die Konzentrationslagern deportiert wurden und dort gestorben sind.

Im Impuls wurde die Geschichte einer Familie im Jahr 1939 nacherzählt, die dem Konzentrationslager entronnen war und von der Regierung noch erlaubt wurde nach Großbritannien auszureisen. Der Begriff „Schutzhaft“ wurde erläutert. Die Inhaftierten sollten nach diesem Gesetz vor dem Volkszorn geschützt werden. Die Beschuldigten wurden durch die Schutzpolizei oder von der Gestapo ohne Gerichtsverfahren und ohne zeitliche Begrenzung inhaftiert, die meisten Verhafteten wurden danach ins KZ abgeschoben und sind dort gestorben. Quelle: Landesarchiv Sachsen-Anhalt: „Geschichte erleben“ Heft 1 Repressionen im Nationalsozialismus. 

Das nächste Highlight war die ev. Stadtkirche auf dem Marktplatz. Zuerst genossen wir das Orgelkonzert, dann erhielten wir eine Kirchenführung mit kirchenpädagogischen Ansatz. Diese Stadtkirche ist im barocken Stil erbaut worden mit klaren Linien und Symmetrien, die Ausschmückung ist schlicht und nicht so üppig wie in den barocken Kirchen in Oberschwaben. Überall ist das Kürzel EL von Herzog Eberhard Ludwig, innerhalb und außerhalb der Kirche angebracht.

Nach der Kirchenführung entdeckten wir an der B27 an der Wandtafel den aus Ludwigsburg stammenden Karl Christian Friedrich Pfizer, den Gründer des amerikanischen Chemie- und Pharmaziekonzerns Pfizer, der Weltgeltung erlangt hat. 

Danach wollten wir den „Alten Friedhof“ besuchen, aber das Wetter wollte es anders. Es drohte ein kräftiger Regenschauer. Kurz entschlossen besuchten wir stattdessen die Friedenskirche an der Bundesstraße.

Diakon Eberhard Seyfang, der schon seit Jahrzehnten auf der Karlshöhe tätig ist und auch schon deren Geschäftsführer war, hat uns danach auf der Karlshöhe empfangen. Er erklärte uns zwei Stunden lang auf dem Gang durch die Karlshöhe die vielfältigen diakonischen Aufgaben der Karlshöhe, wie z.B. die Unterbringung von Suchtkranken und psychisch Kranken auf der Karlshöhe und die ambulante Pflege von kranken und hilfsbedürftigen Menschen. Die diakonische Stiftung unterstützt Menschen mit geistiger Behinderung und fördert arbeitslose Frauen und Männer. Erlebnispädagogik und Therapeutisches Reiten wird angeboten, die insbesondere Kindern und Jugendlichen bei ihrer Entwicklung hilft. 

In der evangelischen Hochschule auf der Karlshöhe werden Diakoninnen und Diakone ausgebildet; diese können gleich vor Ort praktische Erfahrungen bei ihrer Ausbildung auf der Karlshöhe sammeln. Er zeigte uns eine Martinsstatue mit der Mantelteilung auf dem Gelände, die immer wieder die Zuschauer daran erinnern soll, wie wichtig das Teilen in den verschiedenen Alltagssituationen ist.

Zum Schluss des Pilgertages zeigte er uns in der Kirche die Fenster der Barmherzigkeit. Sein eindringlicher Vortrag über die vielfältigen Aspekte der Barmherzigkeit hat uns sehr beeindruckt. Die vielen Eindrücken und Informationen werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.

 

 

Fenster der Barmherzigkeit

Text und Foto: Otto Abele 

Albverein trifft Martinusgemeinschaft am 12.07.2025

22 Wanderer vom Albverein und von der Martinusgemeinschaft machten sich am Samstag, 12.7.2025 bei bestem Wetter auf den Weg vom Bahnhof Sindelfingen nach Stuttgart unter fachkundiger Führung von Wanderwart Peter Herrmann und mit geistlichen Impulsen von Diakon Albert Wild.
Peter Herrmann zeigte den WandererInnen die Besonderheiten der Altstadt von Sindelfingen. Danach wanderten wir, gut beschattet von den Bäumen, durch den Wald, bis wir an die drei Seen kamen, die für die frühere Trinkwasserversorgung der Stadt Stuttgart sorgten. Am Bärensee und am Bärenschlössle machten wir dann Rast.
Weiter ging es im Wald zum Hasenbergturm und zur Stele von Hauff.
Themen unterwegs waren die alten Grenzsteine und was die Zeichen auf diesen bedeuten. Dann zeigte uns Peter Herrmann einen Habitatbaum und seine Bedeutung für den Wald.
Zentrale Aussage in den Impulsen von Albert Wild waren Texte von Pater Anselm Grün über die Seele und was ihr guttut. Das Dankesgebet ließ uns bei der Rast an der Bernett-Kapelle innehalten: „Wir danken der Mutter, der Erde, die uns ernährt. Wir danken den Flüssen und Bächen, die uns ihr Wasser geben…“. Diese indianische Weisheit und die Achtung gegenüber der Natur gelten insbesondere in der heutigen Zeit.
Vom Hasenturm gingen wir hinunter in die Stadt Stuttgart und genossen auf halber Strecke an einem Aussichtspunkt die tolle Sicht auf die Weststadt von Stuttgart.
Den erfolgreichen Abschluss der Wanderung feierten wir gemeinsam in einer Gaststätte in der Stadtmitte.

Text und Bild Otto Abele

Martinus trifft Kommerz 3. Regionaltag am 23.03.2025 in Ludwigsburg

Insgesamt zehn Aussteller, darunter die Vertreter der Martinusgemeinschaft, waren eingeladen, ihre Angebote zum Wandern und Genießen den Besuchern zu zeigen.

Der Outdoor-Ausrüster „naturzeit“ öffnete an diesem verkaufsoffenen Sonntag seine Tür für die Besucher des Kunst- und Genussmarkts in Ludwigsburg.

Alexander Schwab, Norbert Keim und Otto Abele stellten in den Ausstellungsräumen des Outdoor-Ausrüsters den vielen Besuchern, die an diesem Tag gekommen waren, den Martinuspilgerweg vor.

Der Martinuspilgerweg ist ein europäischen Kultur- und Pilgerweg, der mit seiner Länge von ca. 2500 km von Szombathely in Ungarn über Österreich nach Deutschland und weiter nach Tour in Frankreich geht. Der Flyer „Sehnsucht wecken“ von Kirche & Tourismus zeigt die vielen Pilgerwege in Baden-Württemberg und der diözesane Flyer „Den Weg teilen“ bietet Angebote für das Pilgern an vielen Samstagen im Jahr an.

Der Flyer „Pilgern mit Leib und Seele“ gibt Anregungen zum Pilgern im Dekanat Ludwigsburg und in näherer Umgebung, erarbeitet vom ökumenischen Arbeitskreis Pilgern.

Konkrete Nachfragen nach dem Martinusweg gaben uns die Gelegenheit, die Besucher des Regionaltages nicht nur über das Angebot des Samstagspilgern sowie auch über den Themenweg von St. Martin in Horrheim, den Radpilgerweg mit einer Gesamtlänge von 130 km hier in der Gegend und über den Meinradweg und auch über den Familienmartinusweg im Bietigheimer Forst zu informieren.

Für den outdoor-Ausrüster war es an diesem Jahr offensichtlich wichtig, den Besuchern des Geschäfts nicht nur günstige Ausrüstung zum Wandern, sondern auch Informationen zu den vielfältigen Wandermöglichkeiten in der Region anzubieten und die Gäste mit Kaffee und Kuchen und Fingerfood zu bewirten. Direkt neben dem Geschäft war ein Wagen mit einem Weinausschank aufgestellt, der verschiedene Weine aus der Region anbot und viele Besucher anzog.

Beispiele für einige weitere Aussteller: Mit dem Kraichgau-Stromberg-Tourismus e.V. zu Fuß oder mit dem Rad den Kraichgau erkunden; ein Stand beschrieb die Wanderwege in Bad Urach. Die vielfältigen Angebote des Deutschen Alpenvereins DAV und des Schwäbischen Albvereins bereicherten das breitgefächerte Angebot, auch ein Weindorf am Breitenauer See nahe Heilbronn und eine Weinerlebnistour im Weinberg u.v.m. luden zum Besuch ein.

Ein langer Tisch in der Mitte des Raums war mit einer großen Auswahl an Angeboten von Flyern und Büchern ausgelegt. Interessiert nahmen die vielen Besuchern der „naturzeit“ die Flyer mit, die aufgrund der starken Nachfrage immer wieder nachgelegt werden mussten.

 

 

Text und Bilder Otto Abele

Auf Herbergssuche für Pilgerinnen und Pilger

Pilger auf dem Weg durch die Landschaft zwischen Stuppach und Dörzbach Foto und Text: DRS/Guzy

Die St. Martinus-Gemeinschaft bemüht sich um Privatquartiere entlang der Strecke des regionalen Martinuswegs Hohenlohe-Franken.

Als Pilger hat Peter Silberzahn viel Erfahrung. Er ist regelmäßig und dabei oft allein auf verschiedenen Strecken unterwegs. Daraus ist nun ein Projekt der St. Martinus-Gemeinschaft in der Diözese Rottenburg-Stuttgart entstanden, das für Pilgernde Begegnungen und das Erlebnis von Gastfreundschaft fördern soll.

Der Verein sucht entlang der Strecke des Martinuswegs Hohenlohe-Franken, der auf rund 90 Kilometern von Bad Mergentheim nach Heilbronn führt, private Unterkunftsmöglichkeiten für Pilgerinnen und Pilger. „Ein einfaches Zimmer genügt. Es muss kein Drei-Sterne-Komfort sein“, erklärt Silberzahn.

Erfahrungen aus den Niederlanden

Dass solch eine Übernachtungsgelegenheit gut funktioniere, habe er beim Pilgern auf dem Bonifatius-Weg in den Niederlanden selbst erlebt. Dort habe er zum Beispiel in einem früheren Kinderzimmer oder in einem extra dafür hergerichteten Gartenhaus geschlafen.

Silberzahn, der sich als Kassier bei der St. Martinus-Gemeinschaft engagiert, hat die Idee mit den Privatquartieren in den Verein eingebracht. Nun arbeitet er mit einer kleinen, ehrenamtlichen Projektgruppe die Details aus. Die Gruppe tauscht sich dabei mit den Dekanatsreferenten der Dekanate Mergentheim, Hohenlohe und Heilbronn-Neckarsulm aus, durch die der Martinusweg Hohenlohe-Franken führt.

Die ersten Gastgeberinnen und Gastgeber sind bereit

Das Ganze ist als ein nicht-kommerzielles Angebot nach dem Motto „Pilger beherbergen Pilger“ gedacht, wie es in einer Projektbeschreibung heißt. Gastfreundschaft und Teilen stehen im Vordergrund – ganz im Sinne des Diözesanpatrons, dem der Weg gewidmet ist: St. Martin. Der Martinusweg Hohenlohe-Franken als einer der Martinuswege in der Diözese Rottenburg-Stuttgart bildet dabei laut Silberzahn einen Pilotversuch. Denn in der Gegend kennt er sich gut aus. Zwar wohnt der 69-Jährige mittlerweile seit mehreren Jahrzehnten in Horb am Neckar, aber er wuchs in der Tauber-Region auf.

Die ersten Gastgeberinnen und Gastgeber haben sich hier auch bereits gemeldet. Eine von ihnen ist Veronika Bauer. Sie bietet in Stuppach eine Übernachtungsmöglichkeit für Martinusweg-Pilgerinnen und -Pilger an. Da die Kinder mittlerweile aus dem Haus seien, habe sie genügend Platz, sagt die 61-Jährige. So öffne sie Menschen, die pilgernd unterwegs sind, gerne die Tür. „Ich bin schon gespannt, wer das Angebot nutzt, und freue mich auf Gespräche“, sagt Bauer.

Sehenswürdigkeit wartet in Stuppach

Sie selbst unternahm mit ihrem Mann im Jahr 2015 eine Radpilgertour von Stuppach nach Rom, wie Bauer erzählt. Damals hätte sie sich solch ein Übernachtungsangebot gewünscht.

Bauer, die gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats in Stuppach ist, wirbt schon einmal für eine Station im Ort: „Stuppach ist ein schönes Ziel.“ Sie verweist auf das bekannte Gemälde der „Stuppacher Madonna“, das in der Seitenkapelle der Pfarrkirche besichtigt werden kann.

Projektgruppe sammelt Meldungen

Einige Erfahrungen mit Pilgern haben die Schwestern des Stadtklosters in Bad Mergentheim dagegen längst sammeln können: Das Pilgerzimmer im Kloster nutzen immer wieder einmal Menschen, die sich auf unterschiedlichen Routen auf den Weg gemacht haben. Die Einrichtung nimmt daher ebenfalls am neuen Herbergsprojekt der St. Martinus-Gemeinschaft teil. „Es sind meist offene Menschen, mit denen man gut und leicht ins Gespräch kommt“, sagt Schwester Birgit Reutemann über die bisherigen Gäste.

Wie Silberzahn ankündigt, wird demnächst ein Verzeichnis mit diesen und weiteren Adressen auf der Internetseite der St. Martinus-Gemeinschaft veröffentlicht. Damit ist die Suche nach privaten Quartieren allerdings nicht abgeschlossen. Wer Interesse hat, kann sich jederzeit unter Martinusgemeinschaft@drs.de bei der Projektgruppe um Silberzahn melden. Die verschickt dann einen kleinen Leitfaden an die potenziellen Gastgeberinnen und Gastgeber.

Der Martinusweg Hohenlohe-Franken

Die „Via Sancti Martini“ verbindet den Geburtsort des heiligen Martin, Szombathely in Ungarn, mit seiner Grablege in Tours in Frankreich. Der Martinusweg in der Diözese Rottenburg-Stuttgart besteht aus einem Hauptweg und vier Regionalwegen, die zahlreiche Martinskirchen miteinander verbinden. Der Martinusweg Hohenlohe-Franken verläuft als einer dieser Regionalwege von Bad Mergentheim nach Heilbronn. Für die rund 90 Kilometer lange Strecke werden vier Etappen empfohlen: Bad Mergentheim – Dörzbach, Dörzbach – Kloster Schöntal, Kloster Schöntal – Neuenstadt am Kocher, Neuenstadt am Kocher – Heilbronn. In Heilbronn, am Deutschordensmünster in der Innenstadt, stößt der Regionalweg auf den Hauptweg. Weitere Informationen zum Martinusweg gibt es auf der Internetseite der St. Martinus-Gemeinschaft.

Samstagspilgern von der Martinskirche Biberach zur Martinskirche Schemmerberg

Im Rahmen des Samstagspilgern trafen sich am Pfingstsamstag, obwohl der Wetterbericht nicht gut war, eine Gruppe von 20 Frauen und Männern in der Stadtpfarrkirche in Biberach. Schon der Start bot einen richtigen Höhepunkt, ist doch „St. Martin“ wie die Kirche meist benannt wird, das Wahrzeichen von Biberach. Das barocke Schmuckstück wurde von Pilgerteilnehmer Franz Schlegel der Gruppe kurz erklärt. Zusätzlich weckte ein von ihm erarbeiteter und neu aufgelegter Kinderführer dieser Kirche großes Interesse. Bevor die Gruppe sich auf den 15 km langen Weg machte, gab es noch einen geistlichen Impuls von Pfarrer Wunibald Reutlinger, der auch den weiteren Weg mit geistlichen Impulsen begleitete. Wegpate Franz Romer führte die Gruppe sicher durch das Risstal mit seinen Besonderheiten. In Schemmerhofen machte die Gruppe eine längere Vesperpause und besuchte noch die historisch besonders wertvolle Pfarrkirche. Dass es kurzzeitig regnete machte der Gruppe nichts aus. Sie war durch guten Regenschutz darauf vorbereitet, erlebte die Natur noch intensiver und war dankbar über das Nass welches die Natur mal wieder dringend brauchte. Begeistert und mit frohem Herzen in Schemmerberg angekommen fand die Pilgerwanderung durch den Pilgersegen im Gotteshaus Sankt Martin einen schönen Abschluss.

 

Text und Foto Franz Romer 

Lamapilgern auf dem Martinusweg

Am Samstag, 21.06.2025 machten sich die Teilnehmer:innen mit Pfarrerin Ulrike Schaich mit ihren drei Lamas Cuszo, Puntito und Benito und ihrer Praktikantin Christine, sowie Wolfgang und Monika Bucher von der Martinusgemeinschaft auf den Weg von der Martinskirche in Pfullingen zur Martinskirche in Ohmenhausen. 13 km lagen vor Ihnen bei gutem Wetter und bester Laune. Die Lamas waren natürlich das Highlight dieses Tages, durch ihr ruhiges und freundliches Wesen wirken Lamas auf Menschen jeden Alters ausgleichend und entspannend. Sie mögen jeden und fragen nicht nach Herkunft, Aussehen oder Geld.

„Schöpfungsspiritualität“ - Seite an Seite mit den Tieren Gott loben. "Dem lebenspendenden Atem Gottes nachspüren im Miteinander von Menschen und Tieren, Pflanzen, Boden, Luft und Wasser - darum geht es Ulrike Schaich."  "Auf der Erde darfst du leben - leben ganz und jetzt und hier" mit dieser Spiritualität geht sie mit Menschen und ihren Lamas durch die Natur.

Reich an diesen Erfahrungen endete unser Pilgertag In der Martinskirche in Ohmenhausen mit einem spirituellen Abschluss.

 

Text und Bilder Monika Bucher

 

Zwei Damen Namens „Uli und Uli“ auf dem Martinusweg von Szombathely bis Donnerskirchen

Gestern Abend sind wir mit dem Nachtzug von Stuttgart nach Wien gestartet. Umgestiegen in Maindling nach Szombathely. 

Bereits um 9.00 Uhr in der Früh waren wir hier dann startklar, um unseren Weg zu beginnen.  Leider fanden wir im Info Zentrum des hl. Martin niemanden vor. Alle Türen waren verschlossen, sodass wir den Rundweg durch die Stadt begannen um dann direkt auf dem Weg in Richtung Köszeg weiter gehen. Den Weg haben wir nach 20 km in Lukàcshàza in einem sehr schönen Blockhaus abgeschlossen. Genug, nach einer sehr unbequemen Nacht im Zug. 

2. Pilgertag wieder verlaufen, statt 28 km waren es 33 km wir sind vollkommen KO in Zsira angekommen unsere Unterkunft, Napvirag Haz.

Ein sonniger Tag. Unser 3. Pilgertag ein Sonntag.  

Die Kirche in Zsira bereitete sich auf die Feier der Erstkommunion vor.

Unsere Wege heute boten sehr wenig Abwechslung. Gott sei Dank bei herrlichem Wetter. Auf der rechten Seite des oft matschigen Weges, blühten die wunderschönen Weideröschen, links Getreide, vermutlich Gerste. Das machte den tristen Weg bunter. Auch sehr viele Hasen und Rehe begleiteten uns. 

Mit den Wegzeichen lässt es in Ungarn zu wünschen übrig und ... hätten wir nicht die GPS Aufzeichnungen der Etappen, wären wir nie in Kòphàza angekommen.  

Ja, ganz nahe an der Grenze zu Österreich werden wir heute nach dem Frühstück erstmal in der Kirche unseren Weg beginnen. 

Was uns auch aufgefallen ist, es sind keine Pilger unterwegs und wir haben das Gefühl, dass den Menschen hier das Pilgern fremd ist. Vielleicht ist das aber auch nur unsere Wahrnehmung.

Mal sehen, wie es heute in Österreich weitergeht.  Wir haben uns heute mal weniger an Kilometern vorgenommen, da die ersten Tage zu viel waren. 

4. Pilgertag nach wenigen Kilometern waren wir in Österreich...am Eisernen Vorhang entlang, sehr beeindruckend, was die Ost-West Geschichte betrifft. Unser Weg war hart und die Füße schwer da wir auf der Straße gehen mussten (nach GPS) In Lackenbach fanden wir eine offene Kirche in der wir kurz Ruhe fanden und beschlossen die restlichen 5 km mit dem Bus zu fahren. Ein freundliches Paar nahm uns dann aber mit, sie wollten eh dorthin um einkaufen zu gehen.  Am Ende wurden es dennoch wieder 20 km .... bis Markt St. MARTIN. 

5. Pilgertag In Markt St. Martin fanden wir dann, eine Frühstückspension, die leider kein Frühstück anbot. Schräg gegenüber jedoch, bei der Tankstelle, machte uns die beinahe 70jährige Wirtin mit einem hervorragenden Buffet glücklich, welches uns für den Tagesstart stärkte. 

Zu Beginn waren wir sehr froh, ganz viele Wegzeichen des Martinusweges zu sehen, leider ließ das im nächsten Dorf nach. 

Wir entschieden uns dann auch irgendwann, nicht mehr nach dem GPS zu gehen, denn der Weg führte uns an der Straße entlang und bald wurde diese zur Baustelle. 

Bis Sieggraben gingen wir, dann und fuhren von dort mit dem Postbus nach Mattersburg.  Weil wir nur wahnsinnig teure ÜN-Möglichkeiten dort fanden, gingen wir weiter nach Sigleß, hier fanden wir preislich ein annehmbares Zimmer. Leider fanden wir keine Gelegenheit zum Essen. Ja, wer pilgern geht, sollte für viele "Plan B" Versionen offen sein. 

Auf dem Weg nach Sigleß trafen wir einen Mann, der uns den Weg nach Donnerskirchen erklärte.  Nämlich über das Leitha Gebirge. Wir haben uns dann tatsächlich die Variante angesehen und entschieden, einen kleinen Umweg über den Burgenland Pilgerweg zu machen. 

6. Pilgertag: wir weichen kurz von der Strecke ab. Das Internet macht uns einen guten Vorschlag von Sigleß zum Kloster Loretto zu gehen. Der Tag beginnt trocken, bewölkt aber warm.

Die ersten 12 km sind begleitet von violetten Mohnblumenfeldern. Wunderschön.  Der Burgenländer Pilgerweg, wir steigen in Großhöflein ein, führt über das Leithagebirge wunderschön durch den Wald. Es ist herrlich über den Waldboden zu gehen. 

Nach 23 km kommen wir im Wallfahrtsort Loretto an. Im Kloster werden wir als Pilgerinnen freundlich aufgenommen. Schön ist es auch, um 18.00 Uhr an der Bittprozession und dem anschließenden Gottesdienst teilzunehmen.  Im Kreuzgang dürfen wir uns noch an Getränken und Brotzeit stärken. 

Von Loretto zurück zum Martinusweg nach Donnerskirchen.

Nach einer guten Nacht im Kloster Loretto konnten wir uns nochmals kurz mit Pater Anton beim Frühstück unterhalten. Er gab uns auch ein Buchtip mit auf den Weg: von Tobias Halder "Unter Heiden". 

Unser Weg führt wieder aufwärts in den Leitha Wald...irgendwie sehen wir wohl suchend aus, denn ein Paar, welches sich um den Jagdbetrieb kümmert, fragt, ob sie uns helfen können. Perfekt, wieder bekommen wir Geleit durch den schönen Wald.

Als wir oberhalb von Eisenstadt hinunter zum Neusiedler See blicken können, sind wir überwältigt. 

Beim abwärts gehen haben die kräftigen Windböen kamen Regenschauer, sodass wir doch noch unsere Schirme brauchen. Nach 14 km kommen wir in Donnerskirchen an und beschließen nach der Mittagspause noch ein Dorf weiter zu gehen. 

Nach 170 km in 7 Tagen verabschieden wir uns vom Martinusweg – gerade fühlen wir uns eingelaufen – aller Anfang ist schwer und auch das Abbrechen fällt nicht leicht.

 

 

Bericht und Fotos Ulrike Gall

Bericht von der Kreuzwegandacht auf dem Martinusweg in Horrheim am 18.04.2025

Der Kreuzweg und die sieben modernen Werke der Barmherzigkeit. 

26 Männer und Frauen gingen am Karfreitag 18.4.2025 auf einem Teil des Themenweges über St. Martin in Horrheim.

Die Gruppe startete an der Kirche St. Martin in Horrheim. Diakon Albert Wild begrüßte die Teilnehmer des Kreuzweges mit den Worten: „Mit Jesus Christus sind wir auf dem Martinusweg auf seinem Kreuzweg. Auf den Weg nehmen wir in unserem Herzen Menschen mit, an die wir besonders denken, die uns am Herzen liegen und für die wir auf dem Weg beten wollen. Dabei orientieren wir uns an Stationen des Kreuzweges aus dem Gotteslob und verbinden die Stationen mit den Werken der Barmherzigkeit vom emeritierten Bischof Joachim Wanke.“

Ein einfaches Kreuz wurde von den Teilnehmern des Kreuzweges abwechselnd der Gruppe voraus getragen. Beim Tragen des Kreuzes wird einem erst die Symbolik des Kreuzes bewusst, was das Kreuz in seinem Leben bedeutet.

Die sieben Stationen am Kreuzweg wurden mit den sieben modernen Werken der Barmherzigkeit verknüpft. Zum Schluss jeder Station stimmten wir eine Strophe von dem Lied „Oh du hochheilig Kreuze“ aus dem Gotteslob an.

Die modernen Werke der Barmherzigkeit sind:

- Du gehörst dazu

- Ich höre Dir zu

- Ich rede gut über Dich

- Ich gehe ein Stück mit Dir

- Ich bete für Dich

- Ich besuche Dich

- Ich teile mit Dir

Diakon Albert Wild verband die jeweiligen Stationen des Kreuzwegs mit konkreten Situationen im Leben des einzelnen Menschen und mit den dazugehörenden Werken der Barmherzigkeit.

Text und Bild: Otto Abele 

Nachklang von der Pilgerwanderung von Isny und Leutkirch

Am 28. und 29. Juni fand eine besondere Pilgerwanderung im württembergischen Allgäu statt, bei der rund 140 Pilgerinnen und Pilger 22 Stunden lang unterwegs waren. Das Besondere: Die Tour wurde nachts durchgehend gelaufen. Hohe Temperaturen am Tag und die angenehme Kühle der Nacht gehörten dazu. Während der Wanderung gab es Pausen und Stärkung in der Natur, in Kirchen und Gemeindehäusern, die den Pilgerinnen und Pilgern die Möglichkeit boten, sich zu erholen.

Der 42 Kilometer lange Weg führte die Pilgerinnen und Pilger entlang des Martinuswegs durch das württembergische Allgäu. Das Pilgern ist mehr als nur Wandern: Das betonten auch die Vertreter der Kirchengemeinden und Städte. Losgeschickt wurden die Pilger vom Isnyer Bürgermeister Rainer Magenreuter mit einem irischen Pilgersegen. Der Leutkircher Bürgermeister Daniel Gallasch hieß die Pilger in St. Martin willkommen.

Auf dem Weg kam Verschiedenes hinzu: spirituellen Erfahrungen und auch Highlights wie regionale Spezialitäten, Einblicke in die Arbeit eines Rangers auf der Adelegg oder ins Leben auf der Schletteralpe. Musikalische Überraschungen warteten auf die Pilger: das Jodeln klang nach 45 Minuten Gehen in der Stille besonders beeindruckend. Alphörner warteten am Weg, Musiker und Sängerinnen musizierten in den Kirchen, die Glocken klangen und am frühen Morgen mischten sich Vogelgezwitscher mit Bläserklängen der Stadtkapelle Leutkirch.

Müde und begeisterte Gesichter waren bei der Ankunft um halb 8 in St. Martin Leutkirch zu sehen. Immer wieder war zu hören: „Unglaublich, dass ich das geschafft habe.“

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Die Pilgerwanderung war eine Kooperation der Städte Isny, Leutkirch und dem Dekanat Allgäu-Oberschwaben. Das Organisationsteam bestand aus Vertretern der Tourist-Information Leutkirch, dem Büro für Tourismus der Isny Marketing Gmbh sowie dem Dekanat Allgäu-Oberschwaben. Dazu gehörten Anna Wieland (Isny), Laura Ostrowski (Leutkirch), Birgit Briechle (Isny), Theresa Würtenberger (Leutkirch), Laura Walther (Isny) und Benjamin Sigg (Dekanat).

 

 

Pressebericht und Bilder vom 30.06.2025 in Wangen/Leutkirch/Isny 

Vom ersten Schritt bis zur Kathedrale: Unterwegs auf der Via Sancti Maritini

Wir beginnen in Trier. Nicht mit Eile, sondern mit einem Schritt, der langsam in die Zeit sinkt. Die Stadt atmet Jahrhunderte. Wir verweilen an der Römerbrücke, wo die Steine unter unseren Füßen das Gewicht unzähliger Reisender tragen. In der Abtei Sankt Matthias klingt der Rhythmus der Stundengebete wie ein leiser Strom, der uns sanft zur Ruhe bringt. Ein Pilgersegen, mit stiller Stimme gesprochen, öffnet etwas in uns: Raum, Erwartung, Stille.

Wir werden eingeweiht in das Leben des Martinus. In einem stillen Rundgang erwachen die Geschichten. Von einem jungen Soldaten, der seinen Mantel teilt. Von einem Mann, der zwischen weltlicher Macht und geistlichem Gewissen steht. Im Dom von Trier stellen wir uns vor, wie Martinus vielleicht die ganze Nacht gebetet hat – an einem Wendepunkt. Gegenüber der Kathedrale, auf einer Mauer, ist sein Fußabdruck in Stein verewigt. Eine Spur. Eine Einladung.

Und dann gehen wir. Unser Weg entfaltet sich in der Stille, im Takt unserer Schritte. Wir folgen Flüssen, überqueren Grenzen, steigen hinab in Wälder. Der Tag bewegt sich zwischen Licht und Schatten. Manchmal erklingt Musik: eine Orgel in einer leeren Kirche. Manchmal nur Vögel. Wir rasten unter Bäumen, an alten Wegen, auf Bänken, die einfach zum Dasein einladen.

Die Via Sancti Martini lässt sich nicht eilen. Sie verlangsamt. In Luxemburg gleiten wir vom offenen Feld zu Burgen und Türmen. In Belgien entdecken wir eine vergessene Römerstraße, gerade und schweigend. Frankreich empfängt uns mit Feldern, Ruinen und Kapellen. Jede Landschaft stellt eine andere Frage.

Immer wieder werden wir unterwegs auch durch Orte des Gedenkens unterbrochen. Alte Friedhöfe, schlichte Denkmäler am Wegesrand, Namen in Stein gehauen – Erinnerungen an die beiden Weltkriege. Manchmal treten wir einen Moment zur Seite, nehmen die Kappe ab, verweilen. Die Stille trägt die Namen weiter. Auch das ist Teil des Weges. Auch das ist heute.

In Orval öffnet die Abtei ihre Tore. Wir trinken Bier mit dem Bewusstsein der Zeit. In der Vesper singt eine andere Ordnung, eine andere Uhr. Am Abend schlafen wir in der Stille, während die Vögel die Schönheit des vergangenen Tages besingen.

Manchmal begegnen wir Menschen. Ein Gastgeber reicht uns frisch gepflückte Kirschen. Ein Pfarrer stempelt unseren Pilgerpass mit Achtsamkeit. Freiwillige in einem Dorfladen schenken Kaffee aus. Diese Augenblicke bleiben wie Echos in uns zurück.

Wir folgen dem Ardennenkanal, wo 25 Schleusen das Wasser leiten – wie auch unsere Schritte geführt werden. Wir hören den Gesang der Nachtigall, sehen, wie Mohnblumen sich im weiten Kornfeld dem Licht öffnen. Die Landschaft wandelt sich. Auch wir wandeln uns – langsam, fast unbemerkt.

In den letzten Tagen erscheint Reims am Horizont unserer Gedanken. Die Stadt ruft, doch wir hören noch dem Weg zu. Die Kirche von Lavannes begleitet uns – lange bleibt sie sichtbar, wie ein schweigender Wegweiser über dem Feld. In Cernay berühren wir zum letzten Mal die Stille einer Martinuskirche. Dann – ein Blick auf die Kathedrale: eindrucksvoll, aber auch einladend. Den letzten Stempel empfangen wir schweigend.

Das Licht fällt durch die Fenster. Wir sitzen und schauen. Nicht, um etwas zu tun, sondern um einfach zu sein. Hier endet der Weg – oder beginnt von Neuem, in uns. Die Via Sancti Martini lässt sich nicht nur gehen. Sie geht mit – wenn man still genug wird.

Für alle, die sich nach Weite sehnen, nach Bedeutung im Kleinen, nach Verbundenheit mit Himmel und Erde: dieser Weg spricht. Manchmal laut, meist leise. Aber immer mit offenem Herzen.

Informationen zur Route Strecke: ca. 300 km Dauer mindestens 14 Tage 

  1. Trier – Manternach (20 km)
  2. Manternach – Junglinster (20 km)
  3. Junglinster – Luxemburg-Stadt (23 km)
  4. Luxemburg-Stadt – Tuntange (22 km)
  5. Tuntange – Arlon (24 km)
  6. Arlon – Étalle (16 km)
  7. Étalle – Orval (20 km)
  8. Orval – Mouzon (26 km)
  9. Mouzon – Le Mont-Dieu (23 km)
  10. Le Mont-Dieu – Le Chesne (17 km)
  11. Le Chesne – Mont-Saint-Remy (34 km)
  12. Mont-Saint-Remy – Époye (28 km)
  13. Époye – Reims (22 km)

 

Hans-Georg Reuter in Trier ehemaliges Vorstandsmitglied im Gespräch mit Pilgerin

 

Hans-Georg Reuter mit beiden Pilgern aus den Niederlanden 

 

Niederländischer Pilger am Martinsdenkmal in Niederanven Luxemburg

Bericht und Bilder von zwei Pilgern aus den Niederlanden 

 

Vollversammlung der Europäischen Kulturzentren St. Martin in Tours

Wie sehr St. Martin Menschen über Ländergrenzen hinweg in Europa verbindet und inspiriert wurde bei der diesjährigen Vollversammlung der Europäischen Kulturzentren St. Martin in Tours in Frankreich deutlich. Vertretungen aus elf europäischen Ländern nahmen an dem Treffen teil. Deutschland wurde durch die St. Martinusgemeinschaft mit Monika Bucher, Vorsitzender, Constantin Weyrich und Geschäftsführer Achim Wicker vertreten. Im Rathaus von Tours legten die Mitgliedsländer Rechenschaft über die Arbeit im vergangenen Jahr ab. Bei der Diskussion über gemeinsame Vorhaben, wurde die wichtig Rolle des „Prix du partage pietons“ (Preis des Teilens) hervorgehoben. Dieser wird in jährlich in jedem Land an eine Initiative verliehen, die sich besonders im Geiste von Sankt Martin für Benachteiligte einsetzt oder eine Kultur des Teilens fördert. Beschlossen wurde ein Martinsrelief eines französischen Künstlers künftig als einheitlichen Preis in jedem Land zu verwenden. Weiter sollen Arbeitsgruppen gebildet werden, welche das ganze Jahr über an verbindenden Themen in Ländergruppen arbeiten. Hocherfreut zeigte sich die deutsche Delegation über die Initiative in Frankreich durch neue Regionalgruppen Privatquartiere zu schaffen, um so die Übernachtungssituation auf den französischen Etappen des Martinusweg zu verbessern. In der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat die St. Martinusgemeinschaft im Herbst ein Projekt für Privatquartiere auf dem Martinusweg Hohenlohe-Franken begonnen. Martine Campangne, Präsidentin des Netzwerkes der Europäischen Kulturzentren St. Martin, bedankte sich bei der deutschen Delegation für die wertvolle Arbeit für den europäischen Martinusweg und eine Kultur des Teilens im Sinne von Sankt Martin in Europa. Feierlicher Abschluss bildet am Sonntag eine gemeinsame mehrsprachige Eucharistiefeier in der Kirche von Candes Saint Martin, dem Sterbeort des Heiligen Martin. Im kommenden Jahr wird das Treffen in Ungarn stattfinden.

Foto Jeyaratnam Caniceus: die deutsche Delegation mit der Präsidentin Martine Campangne

Von links nach rechts: Monika Bucher, Achim Wicker, Constantin Weyrich und Martine Campangne

Text: Achim Wicker

Pilgertag mit Bischof em Gebhard Fürst auf dem Martinusweg

Eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln war der Pilgertag der St. Martinusgemeinschaft e.V. mit Bischof em Gebhard Fürst. An der Bietigheimer St. Laurentius Kirche startet die Gruppe mit dem Pilgersegen, just dort, wo Gebhard Fürst in der Kirchengemeinde und bei den Pfadfindern in seiner Jugendzeit engagiert war. Nach einer kurzen Andacht, einigen Wort zu seiner Heimatkirche, dem Gebet zum Heiligen Jahr „Pilger der Hoffnung“ und dem Pilgersegen ging es für die rund 20 Pilgerinnen und Pilger unter Wegführung von Constantin Weyrich und Geschäftsführer Achim Wicker auf dem Martinusweg in den Bietigheimer Forst. Erste Station war beim Start des Familienmartinusweges, der von Otto Abele vorgestellt wurde. Die Pilgerinnen und Pilger nutzten die Wegstrecke um mit ihrem ehemaligen Bischof und Gründer der St. Martinusgemeinschaft ins Gespräch zu kommen.

Mitten im Forst trafen die Pilger auf eine zweite Pilgergruppe aus Tamm, die an diesem Tag ebenfalls auf dem Martinusweg unterwegs waren. Nach einer Station ging es weiter zur Kirche St. Cyriakus in Besigheim, wo die Mesnerin bereits mit Getränke auf die Gruppe wartete. Die Abschlussandacht hielten Bischof em Gebhard Fürst und Pfarrer Gerhard Bundschuh gemeinsam in der Kirche. Am Ende übergab Bischof em Fürst seinen Pilgerstab an die Vorsitzende Monika Bucher, mit der Bitte diesen an seinen Nachfolger weiterzugeben. Er bedankte sich beim Vorstand und bei allen Mitgliedern für ihr langjähriges Engagement, das ganz wesentlich zum großen Erfolg des Martinusweges beigetragen habe.

Text: Achim Wicker, Foto Constantin Weyrich

45 Pilger auf dem Martinusweg von Gnadenweiler nach Nusplingen

Bei strahlendem Sonnenschein machten sich am 01. Mai 45 Teilnehmer aus dem ganzen Dekanat Balingen und auch weit darüber hinaus auf den Weg, um die Pilgerstrecke von Gnadenweiler nach Nusplingen zu bewältigen. Beim Eröffnungsimpuls in der Kapelle „Maria, Mutter Europas“ wurden die Pilger von Pastoralreferentin Ulrike Erath begrüßt und ins Thema des Tages „Vom Kraut und Unkraut“ eingeführt. Nach dem Pilgersegen begab sich die Gruppe unter Leitung von Wegpate Walter Klaiber auf den Martinusweg Donautal-Zollernalb. Unterwegs luden Impulse zum Betrachten und Beten ein. Nach einer Rast bei der Nusplinger Hütte wurden die Pilger von den Albhornbläsern an der Alten Friedhofskirche St. Peter und Paul in Nusplingen erwartet, wo nach der Abschlussandacht Altbürgermeister Alfons Kühlwein den Teilnehmenden viel Wissenswertes zur alten Kirche erzählen konnte.

 

Text und Bild: Kath. Dekanat Balingen

Von Arlach nach Bonlanden

Am 10.05.2025 begrüßte uns und die Sonne und umarmte jeden Pilger.
Treffpunkt war die Michaelskapelle am Weg des Hl. Martinus. Messnerin Cornelia Blanz hatte die Kapelle wieder schön gestaltet. Eine kleine Perle am Weg.

Gekommen waren 39 Pilger davon 10 Junge Pilger-Firmlinge die als Projekt pilgern auf dem Martinusweg hatten. Nach einer Begrüßung und dem entzünden der Friedenskerze mit einem Morgengebet, beginnen wir unseren Pilgertag.

Alle waren gut gelaunt und nach erhalten von Martinus-Schokolade und unseren Gebetsheftchen ginge es los, voran unsere Jungen Pilger mit Fahne. Mit dem Besuch in der Martinuskirche in Tannheim ging es dann weiter mit schweigen, das ja zu unserem Pilgern gehört. Nach stillem pilgern war Ziel die Kirche in Illerbachen das zu einem sehr schönen Ort zum Gebet einlud. Mit einer kleinen Andacht zum Hl. Martinus und der Muttergottes, ging es dann weiter zum nächsten Ziel nach Berkheim in die Pfarrkirche St. Konrad und St. Willebold. Wieder wurde unsere Friedenskerze angezündet und an die Menschen die keinen Frieden haben gedacht. Mit einem kleinen Imbiss wurden wir anschließend von der Fa. Bäckerei Huber wie jedes Jahr eingeladen im Pfarrgemeindesaal mit Essen und Trinken versorgt. Alle wurden satt und nun ging es weiter auf der letzten Etappe nach Bonlanden, Auf dem Weg wurden von den Pilgern der Rosenkranz für den Frieden gebetet.

In Bonlanden in der Klosterkirche wurden wir schon von den Schwestern und Pfarrvikar Gorden Asare mit Orgelspiel erwartet. Mit einer Hl. Messe und dem Pilgersegen ging ein schöner Pilgertag zu Ende.

 

Text und Bilder: Rudolf Link

Samstagspilgern im Kath. Sonntagsblatt

Das Heilige Jahr 2025 steht unter dem Motto »Pilger der Hoffnung« – kein Wunder also, dass es dieses Jahr in der Diözese noch mehr Angebote für Pilgerinnen und Pilger gibt als sonst. Achim Wicker von der Hauptabteilung »Pastorale Konzeption« erzählt, was in der Region von kirchlicher Seite geboten wird.

Den ganzen Artikel finden Sie zum download hier: Artikel aus dem KS

Vielseitiges Pilger-Jahresprogramm

Rekordzahl an Angeboten auf dem Martinusweg in Württemberg

Rottenburg a. N. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart startet mit einem vielseitigen Programm in die Pilgersaison 2025. Im Mittelpunkt steht dabei der Martinusweg, benannt nach dem Diözesanpatron, dem heiligen Martin, der auf 1.200 Kilometern durch Württemberg führt und Teil des europäischen Pilgerpfads „Via Sancti Martini“ ist.

„Unser Ziel ist es, das Pilgern für möglichst viele Menschen zugänglich zu machen“, sagt Achim Wicker, Geschäftsführer der Martinusgemeinschaft mit Sitz in Rottenburg. „ In Kooperation mit Dekanaten und ausgebildeten Pilgerbegleitern gibt es im gesamten Diözesangebiet regelmäßig Halb- und Tagesetappen“, stellt Wicker fest. Über das gesamte Jahr hinweg würden zahlreiche Formate angeboten, die Pilger:innen aller Altersgruppen und Lebenssituationen ansprechen – von spirituellen Fastenimpulsen über Familien- und Männerangebote bis hin zu außergewöhnlichen Formaten wie einem Lama-Pilgern von Pfullingen nach Ohmenhausen auf der Reutlinger Alb im Juni oder einem Pilgern mit Oldtimer-Traktoren Anfang September im Allgäu. Auch inklusive und barrierefreie Angebote sind 2025 wieder im Programm. Und auch Radpilger kommen auf ihre Kosten: „Bei Heilbronn und im Allgäu gibt es spezielle Angebote, um den Martinusweg im wahrsten Sinne er-fahrbar zu machen.“ Insgesamt gibt es 2025 so viele Angebote auf dem Martinusweg wie noch nie zuvor, freuen sich Achim Wicker und Monika Bucher, die Vorsitzende der Martinusgemeinschaft.

Ein Höhepunkt im diesjährigen Programm sei die einwöchige „Internationale Pilgerwoche: Von Österreich nach Deutschland auf der Via Sancti Martini“, fährt Wicker fort. In der Zeit vom 13. bis 20. September werden dabei täglich Etappen zwischen 16 und 20 Kilometern zurückgelegt. Die Route führt von Österreich über die deutsche Grenze bis nach Passau. Anmeldeschluss ist der 15. Mai.

Eine weitere besondere Tour im Jahresprogramm ist das Angebot „Mit dem E-Bike auf dem Meinradweg: Pilgern bis Einsiedeln“. Die Route führt in fünf Etappen von Rottenburg über Balingen bis zum Kloster Einsiedeln in der Schweiz, dem Wirkungsort des heiligen Meinrads. Außerdem gibt es im September eine Buspilgerreise auf den Spuren des heiligen Martin nach Szombathely und Mariazell sowie im Juni eine geführte Staffelpilgertour auf dem Wolfgangweg von Pfullingen bis nach Regensburg.

Alle Informationen zu den Pilgerangeboten sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich unter:

https://www.martinuswege.eu/
www.pilgerstelle-rs.de
https://www.wolfgangweg.eu/

Für telefonische Anfragen steht die Diözesanpilgerstelle unter 0711/26331233 zur Verfügung. Diese ist auch erreichbar per E-Mail an: info@pilgerstelle-rs.de

Auftaktpilgern von Schwaigern nach Eppingen

15 Pilger machten sich am 12.4.2025 mit dem Reisesegen der Martinusgemeinschaft bei schönem Wetter auf den Weg und pilgerten von der katholischen Kirche St. Martinus in Schwaigern nach Eppingen zur Kirche „Unserer lieben Frau“.

Der Papst hatte zum sog. Heiligen Jahr 2025 eingeladen. Mit dem Auftaktpilgern beginnen wir das Heilige Jahr. Das Motto dieses Heiligen Jahres ist „Pilger der Hoffnung“, das zum Ausdruck bringt: Das Leben ist ein Unterwegssein, oft verbunden mit der Frage nach dem Sinn und sich immer wieder neu auf die Suche zu machen.

Nach einer kundigen Führung durch die Kirche St. Martinus mit Erläuterung zur Drehung der Kirche in die West-Ost-Richtung und einer drehbaren Figur mit St. Martin auf dem Pferd und der Beschreibung der Fenster mit St. Martin und dem Hl. Adalbert sowie der eindrucksvollen Credo-Fenster, gestaltet von Josef de Ponte. Diese Fenster kommen beim Durchfluten der Abendsonne besonders zur Geltung.

Diese Fenster sind auf der Homepage von der Diözese Rottenburg-Stuttgart unter diesem Link beschrieben.

Auf dem Pilgerweg von Schwaigern nach Stetten a.H. kamen wir am Friedwald vorbei und machten am Rand Halt. Der Impuls von Diakon Albert Wild hatte von Leistung und Stress zum Thema, geschrieben von Martin Kessel. Danach ging es weiter auf dem offiziellen Martinuspilgerweg über die Grenze der Diözese Rottenburg-Stuttgart in die Erzdiözese Freiburg. Dann ging es weiter von Stetten Richtung Eppingen. Im Hartwald machten wir Pausen zur Stärkung mit Impulsen über „Dinge, die mit Augenmaß zu erledigen sind“ von Ewald Balser und „Mut zur Lücke“ von Gustav Gründgens.

Am „Kraichgaublick“ hatten die Pilger einen guten Ausblick auf die Stadt Eppingen und einem Überblick über den Kraichgau. Nach der Rast ging es den Waldweg hinunter nach Eppingen und zur Kirche „Unserer lieben Frau“. Dort führte uns Herr Geier durch die Geschichte und den Besonderheiten der Kirche. Anschließend sangen wir zum Schluss das Lied „St. Martin, dir ist anvertraut“.

Danach besuchten wir das neben der Kirche liegende Heimatmuseum, das voller gesammelter Zeugnisse religiösen Glaubens ist.

Zum Abschluss sangen wir vor der Kirche das Lied „Möge die Straße uns zusammen- führen“ und danach trafen wir uns in der nahegelegenen Gaststätte für eine Stärkung; später fuhren wir mit dem Zug zum Ausgangspunkt der Pilgerreise in Schwaigern zurück.

 

 

Text: Otto Abele - Bilder Otto Abele und Alexander Schwab

Auftaktpilgern auf dem bayerischen Martinusweg

Bei der siebten Etappe des Martinusweges in der Diözese Augsburg ging es am 05.04.2025 mit einer Gruppe von 15 Pilgern von Asch (Fuchstal) zur Crescentiakapelle mit Waldpark. In der Nähe der Bahnhofstation in Asch begannen wir mit einer kleinen besinnlichen Meditation. Dann führte uns der Weg bei strahlendem Sonnenschein über die Felder nach Denklingen zur sakralen Dorfkirche St. Michael aus dem 18. Jahrhundert, die wir gemeinsam besichtigten und unter Anleitung Meditationsübungen zur Auflockerung und Besinnung machten. Danach ging es weiter zur Osteraufkirche St. Stephan, die zwischen Denklingen und Dienhausen auf einer Erhöhung steht. Davor ist ein riesige, beeindruckende Steinskulptur als Kopf zu sehen. Der Mesner öffnete uns die Kirche und wir bekamen eine Erklärung über deren Geschichte. Diese wurde 1944 von Bomben zerstört, die ein französischer Pilot, dessen Flugzeug abstürzte, vor dem Ort abwarf, um die Bewohner und den Ort nicht in Gefahr zu bringen. Dann ging es weiter über Dienhausen in Richtung Osterzell zur Crescentiakapelle mit Waldpark. Ein wunderschöner Platz zum Entspannen, Besinnen und Ausruhen. Nach einer kurzen Besinnung zum Thema Martinsmantel heute und dem Schlusssegen ging es zum gemütlichen Teil mit Austausch unter uns Pilgern. Da mittlerweile alle Hunger verspürten bracht uns der Begleitbus wieder zurück zum Ausgangspunkt wo wir es uns bei der Restauration Blätz schmecken ließen und in gemütlicher Runde uns untereinander viel zu erzählen hatten.

 

Text und Foto: Hermann Franze

Pilgern für Männer in kalten Zeiten

Pilgerangebot am 08.03.2025 von Norbert Durach Pilgerbegleiter war mit 5 Männern von Regina Pacis in Leutkirch zur Autobahnkapelle in Tautenhofen unterwegs. Thema des Pilgertages war „weniger Konsum – mehr Leben“ Austausch und Gedanken an mehreren Stationen des Weges.

Text von Norbert Durach

Inspirationen auf dem Kreuzweg zur Altstadtkapelle Rottenburg 

Bei sommerlichem Wetter – das eher an Ostern denken ließ als an die Passionszeit – machte sich am Samstag vor Palmsonntag eine Gruppe Pilger auf den Weg, um den neu gestalteten Kreuzweg in der Bischofsstadt Rottenburg zu erkunden . Der vor zwei Jahren erneut eingeweihte Kreuzweg stellt gleichzeitig auch ein kurzes Teilstück des Martinusweges dar. Begleitet von geistlichen Impulsen, Hintergrundinformationen, Liedern, den Gebetsgebärden des Heiligen Dominikus (Jugum) sowie dem Austausch untereinander ließen sich die Teilnehmer von den modernen Symbolen  des Kreuzweges inspirieren.

Der ursprüngliche Kreuzweg aus dem Jahr 1861 bedurfte dringend der Erneuerung. Der Auftrag dazu erging an den Bildhauer Uli Gsell, der sich dafür entschieden hatte, den Kreuzweg nicht in traditioneller Weise, sondern mit abstrakten Symbolen aus verschiedenen Materialien in ganz ungewohnter Weise zu gestalten.  Das Ergebnis dieser Herangehensweise des Künstlers führte bei den Teilnehmern der Pilgerwanderung zu der ganzen Palette von  Nachdenklichkeit, Fragen, Begeisterung, Irritation sowie zum Austausch über eigene sehr persönliche Erfahrungen.

Der Kreuzweg endete an diesem Tag aber ganz bewusst nicht an der 14.Station – der Grablegung Jesu – sondern in der selten geöffneten sogenannten Altstadtkapelle mit ihrer Plastik des auferstanden Christus. Und so konnte dann auch der Bezug zum Osterfest hergestellt werden.

Als Besonderheit dieser Kapelle gilt noch zu erwähnen, dass der Altar vor ca. 750 Jahren durch den aus Schwaben stammenden großen Universalgelehrten, den  Heiligen Albertus Magnus geweiht worden ist. Die Pilgerwanderung endete für die sehr engagierte Pilgergruppe mit Gesprächen bei Kaffee und Kuchen in einem Rottenburger Café.

 

Text und Foto: Tilmann Schmitz

Pilger der Hoffnung unterwegs auf der Mittelroute Via Sancti Martini

Zum Start in die Pilgersaison 2025 lud die St. Martinus-Gemeinschaft Eisenstadt zum gemeinsamen Pilgern am Sonntag, 6. April 2025 ein. Trotz eisigem Nordwind haben sich einige Pilgerinnen und Pilger miteinander auf den Weg gemacht. Gestartet wurde in der beeindruckenden Pfarr- und Wallfahrtskirche Kleinfrauenhaid beim Gnadenbild der „Mutter der guten Hoffnung“. Nach dem Pilgersegen von Kanonikus Mag. Roman Schwarz, Vorsitzender der St. Martinus-Gemeinschaft führte die Fußwallfahrt auf einem Abschnitt der Mittelroute „Via Sancti Martini“ zur Martinskirche nach Mattersburg.
Bei der abschließenden Andacht wurde das Leben des hl. Martin unter der Perspektive der Barmherzigkeit betrachtet. Mag. Roman Schwarz gab die Anregung mit, besonders im Heiligen Jahr 2025 als „Pilger der Hoffnung“ einzelne oder mehrere Etappen des Martinusweges zu gehen. Pilgerpässe wurden ausgeteilt und die ersten Stempel wurden gesammelt.

 

Text und Fotos: Martinusgemeinschaft Eisenstadt Burgenland

Dem Leben auf der Spur

Dem Leben nachspüren, achtsam unterwegs sein, aufmerksam fürs Miteinander und für die Natur. Wir gehen im Gespräch und im Schweigen, halten inne an Kapellen und Wegkreuzen. So waren Inge Weipprecht und Ronald Davies am 05.04.2025 von Leutkirch nach Wolfegg unterwegs.

 

Fotos: Inge Weipprecht und Ronald Davies vor der Rochuskapelle in Immenried

Du gibst uns Halt

Am frühen Freitagnachmitag des 21.03.2025 trafen sich bei strahlendem Sonnenschein eine kleine Gruppe von Martinuspilgern an der St. Martinus-Kirche in Heilbronn-Sontheim, um gemeinsam ein Stück auf dem Pilgerweg nach Heilbronn zugehen.

Zur Einstimmung auf das Thema „Du gibst halt“ sang die Gruppe in der noch recht kalten Kirche aus dem Gotteslob Nr. 456 „Herr du bist mein Leben“. Passend zum Thema hatte Pilgerbegleiter Martin Borgmeyer die Andacht zum Heiligen Martin im Gotteslob unter der Nr. 934, Abschnitt 5 ausgesucht. Auf dem anschließenden, behindertengerechten Weg waren die Teilnehme eingeladen, sich an Momente zu erinnern, an denen Gott ihnen Halt gab. Damit die Teilnehmer diesen Moment lange erinnern, bekamen sie ein kurzes Stück roter Reepschnur, um hier einen Knoten zu machen. Schweigend und auch austauschend führte der Weg auf der ehemaligen Bahntrasse der Bottwartalbahn und entlang des Neckars entspannt bis nach Heilbronn, St. Peter und Paul. Die Pilgerfahne wehte lustig im Wind. Unterwegs wurde aus dem GL Nr. 37 der Psalm 32 „ Der Herr ist mein Hirte“ sowie GL 653,6 „Gott, unsere Burg“ gebetet. Nach gut zwei Stunden war die Gruppe am Ziel angekommen. Wer wollte hatte noch die Gelegenheit an der Abendmesse mit Kommunion in beiderlei Gestalt teilzunehmen.

 

Text und Bild: Martin Borgmeyer

Bericht vom Männerpilgern am 29.03.25

„Lasst uns anziehen die Waffen des Lichts“ (Röm. 13,12). Auf den Spuren des friedlichen Kriegers Martin von Tours.

Das war das Motto unter dem sich  – trotz Dauerregen und tiefhängenden Wolken - eine Handvoll unerschrockener Männer morgens in Hechingen traf, um gemeinsam nach Burladingen zu fahren und von dort auf dem Martinusweg das Killertal hinab zu pilgern. Neben der Besichtigung überraschend eindrucksvoller Dorfkirchen, dem Bestaunen von Kuriositäten wie dem Schlitz für Münzen über dem Knie einer mittelalterlichen Jakobusstatue stand in den Impulsen vor allem der Heilige Martin mit seiner Botschaft für uns heute im Mittelpunkt.

Uns allen ist Martinus in erster Linie als Teiler seines Mantels mit dem Armen in Amiens bekannt. Dabei war der Heilige sehr viel mehr: Nach seiner jahrelangen Tätigkeit als Offizier in einer Reitereinheit des römischen Heeres änderte er sein Leben radikal. Er verweigerte trotz drohender Todesstrafe vor dem Kaiser den Kriegsdienst, wurde Einsiedler, später Gründer des ersten Klosters im Abendland, Bischof von Tours, Friedensstifter und tapferer Glaubenszeuge. Für ihn waren „Kraft, Geduld, Beharrlichkeit und Gleichmut … die Waffen (des Lichts) im Kampf gegen das Böse gewesen“ (so sein Biograph Sulpicius Severus).

Das Fazit aller Mitpilger: Pilgern bei schönem Wetter kann jeder …. J. Die verschiedenen Herausforderungen dieses Tages, die guten Gespräche in der Gruppe und das gemeinsame Erlebnis bleiben allen Beteiligten sicherlich noch lange im Gedächtnis.

 

Text und Foto: Tilmann Schmitz

 

Vollversammlung Martinusgemeinschaft am 21.03.2025 - Wahl eines neuen Vorstandes

Um 9.30 Uhr trafen sich Mitglieder der St. Martinusgemeinschaft um gemeinsam in die Stuttgarter Synagoge zu besuchen um dort eine Führung die für uns gebucht war teilzunehmen.

Avi Palvari aus Kiryat Shmona in Israel erwartete uns vor der Synagoge um uns mit dem jüdischen Leben und Glauben vertraut zu machen.

Es gibt 3 Synagogen in Baden Württemberg in Ulm, Esslingen und Stuttgart. Derzeit gibt es ca. 1.300 Gemeindemitglieder in der Israelitischen Religionsgemeinschaft Stuttgart. Ein jüdisches Gotteshaus ist unterteilt in einen Bereich für Männer und einen für Frauen. Das Frauenabteil befindet sich entweder im hinteren Teil der Synagoge hinter einem Vorhang oder auf einer Empore. In der Stuttgarter Synagoge ist es die Empore

Sportliche und leichte Kleidung ist nicht angebracht und Frauen sollten beim Besuch einer Synagoge darauf achten, möglichst wenig Haut zu zeigen. Die Arme bis zu den Handgelenken und die Knie sollten bedeckt sein. Die Kippa, eine religiöse Kopfbedeckung für Männer, kann meist vor der Synagoge ausgeliehen werden. 

Jude oder Jüdin wird man automatisch mit der Geburt, Sohn oder Tochter einer jüdischen Mutter oder durch Konversion. Avi Palvari hätte uns sicherlich noch viel mehr über das Judentum in all seinen schönen und leiderfüllten Geschichte erzählen können, doch unsere Zeit war um, wir dankten Avi Palvari für diese Führung in der Stuttgarter Synagoge.

In „Rudolfs Küche und Cafe“ wurden wir bereits zum Mittagessen erwartet. Nach dieser Stärkung konnten wir nun um 14.00 Uhr mit unserer Vollversammlung beginnen.

Bei der Vollversammlung der St. Martinusgemeinschaft e.V. im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart stand die Wahl eines neuen Vorstands im Mittelpunkt. Mit dem stellvertretenden Vorsitzenden Constantin Weyrich und Susanne Kroggel gaben gleich zwei Vorstandsmitglieder ihr Amt auf. Zudem wurde Barbara Gitzinger, Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft „Orte des Teilens“ verabschiedet. Die Vorsitzende Monika Bucher würdigte die Arbeit der drei Engagierten und hob dabei insbesondere die Leistungen von Constantin Weyrich hervor, der im Verein weiter für die europäische Vernetzung zuständig sein wird.

Pilgertag mit Bischof emeritus Fürst

Für den neuen Vorstand kandidierten neben der Vorsitzenden Monika Bucher noch Rosa-Maria Niedermeir aus der Diözese München-Freising und Hermann Franze aus der Diözese Augsburg. Alle drei wurden in geheimer Wahl mit großer Mehrheit gewählt und nahmen die Wahl an. Wahlen standen auch für den Kassier Peter Silberzahn und die Kassenprüfer Martin Borgmeyer und Otto Abele an. Alle drei wurden einstimmig gewählt und nahmen die Wahl an, heißt es in einer Mitteilung des Vereins.

Zu Beginn der Vollversammlung hatte Geschäftsführer Achim Wicker den Rechenschaftsbericht mit über 60 Seiten vorgestellt, der eindrucksvoll dokumentiert, welche vielfältigen Aktivitäten es im vergangenen Jahr auf und rund um den Martinusweg gab. Im Vorausblick auf das Jahr 2025 hob Wicker insbesondere den Pilgertag mit Bischof emeritus Fürst im Mai und den „Grenzübertritt“ der in Ungarn gestarteten Pilgergruppe von Österreich nach Deutschland im September hervor. Zudem wird es auch in diesem Jahr wiederum die sehr erfolgreich Lichtertütenaktion „Licht teilen“ zu Sankt Martin geben.

Übernachtungsprojekt in Hohenlohe-Franken

Ein weiterer Schwerpunkt wird ein Übernachtungsprojekt auf dem Martinusweg Hohenlohe-Franken sein, bei dem eine Gruppe um Peter Silberzahn gemeinsam mit Unterstützung der Dekanate am Weg versucht, Privatquartiere für Pilger zu gewinnen.

Kassier Peter Silberzahn stellte das Jahresergebnis 2024 vor. Aufgrund der Neugestaltung der Homepage war eine geplante Rücklagenentnahme notwendig geworden. Das Jahresergebnis 2024 wurde ebenso wie der angepasste Finanzplan 2025 einstimmig genehmigt. Auch die Entlastung von Vorstand, Kassier und Kassenprüfern fand einstimmig statt.

Am Ende der Vollversammlung konnten die Vorsitzende Monika Bucher und Geschäftsführer Achim Wicker noch an fünf Personen Pilgerurkunden für über 100 gepilgerte Kilometer auf dem Martinusweg überreichen. Je eine Urkunde erhielten: Ronald Davies, Inge Weipprecht, Andreas Nick, Silke Klein und Beatrix Ost.

Text: Achim Wicker und Monika Bucher

Foto: Hermann Franze St. Martinusgemeinschaft

 

Foto: Monika Bucher St. Martinusgemeinschaft

Prix du Partage der St. Martinusgsemeinschaft geht an den Verein „Shalom und Salam“

St. Martinusgemeinschaft verleiht den „Preis des Teilens“ zum dritten Mal

Das Europäische Kulturzentrum St. Martin möchte mit dem Preis ehrenamtliches und hauptamtliches Engagement auszeichnen, das durch die gelebte Nächstenliebe geprägt ist. Nächstenliebe, der Dienst am vielleicht auch Geringsten, das ist es, womit Martin von Tours heute besonders verbunden wird. Constantin Weyrich, Stellv. Vorsitzender der St. Martinusgemeinschaft sagt in seiner Laudatio: „Um diesen Dienst sichtbar zu machen, zu verdeutlichen, wie dringend wir die tätige Nächstenliebe brauchen, jedoch auch als Zeichen der Hoffnung für alle, wird dieser Preis alljährlich an Menschen und Institutionen vergeben, die wie Martin den Nächsten sehen und handeln.“

In diesem Jahr ging der Preis an den Verein „Shalom und Salam“ aus Stuttgart. Der Verein sagt selber über sich: „Wir, als Teil marginalisierter Gruppen, insbesondere jüdischer und muslimischer Menschen und deren Verbündete in Deutschland, haben uns gemeinsam auf einen langfristigen und lehrreichen Prozess eingelassen. Unser Ziel ist es, durch stetiges Lernen und Reflektieren, unsere Perspektiven zu hinterfragen und neue Sichtweisen zu entwickeln. Wir schaffen Bildungsräume, die Menschen dazu inspirieren, kritisches Denken und Empathie zu entwickeln und authentisch dabei zu bleiben um eine gemeinsame Realität zu gestalten. Unsere Vision ist es, eine Gesellschaft zu formen, in der alle Menschen – mit ihren Religionen, Kulturen oder anderen Unterschieden – ein harmonisches, gerechtes und freies Leben führen können.“

Geschäftsführer Achim Wicker stellt anschließend den diesjährigen Preis vor. Es ist ein Gemälde des eritreischen Künstlers Mulugeta Tekle, der als Flüchtling über das Mittelmeer nach Deutschland kam und heute in Balingen lebt. Das Gemälde zeigt Sankt Martin wie auf Augenhöhe mit dem Bettler den Mantel teilt.

Für Shalom und Salaam nahm Kiril Leor Denisov, der selber als Kontigentflüchtling aus Lettland nach Deutschland kam, von der Vorsitzenden Monika Bucher den Preis entgegen. Er bedankte sich bei der St. Martinusgemeinschaft für die Auszeichnung, die für den Verein gerade in diesen Zeiten eine wertvolle Unterstützung sei.

 

Text: Pressestelle der Diözese Rottenburg-Stuttgart von Nelly Swiebocki-Kisling, Foto: Peter Silberzahn St. Martinusgemeinschaft von links nach rechts Monika Bucher, Kiril Leor Denisov, Constantin Weyrich, Achim Wicker 

Pilgersaison auf dem Martinusweg eröffnet

Kühles Wetter schreckte die achtköpfige Gruppe am Sonntagmorgen, 16. Februar, nicht ab. Der Rundweg zwischen den Martinskirchen in Jöhlingen und Obergrombach ist ausgeschildert. An Zwischenstopps gab es von Gemeindereferentin Ute Jenisch kurze geistliche Impulse, die zum persönlichen Nachdenken und Gedankenaustausch anregten. Daraus entstanden im Gehen intensive Gespräche über Veränderungen und Themen, die Sorgen machen, über den Wert der Gemeinschaft und die Haltung des Teilens sowie eigene Handlungsmöglichkeiten. Für die Teilnehmenden waren diese Gespräche nicht nur bereichernd; nebenbei lernte man sich dabei persönlicher kennen. Unterwegs begegnete die Gruppe Spaziergängern und Wanderern. Die waren erstaunt über die Pilgerfahne und fragten interessiert nach. Noch sind der 2011 eröffnete Martinusweg und seine Wegzeichen in der Region nur wenigen bekannt. Von Oberschwaben über Heilbronn, Bruchsal und Speyer führt der Hauptweg bis ins französische Tours. Die „Via Sancti Martini“ ist ein europäischer Kulturweg und zugleich einer der längsten Pilgerwege in Europa, ausgehend vom Geburtsort des Heiligen Martin in Ungarn.

Gelegenheit zum Mitpilgern bietet das kath. Dekanat Bruchsal wieder am 20. September. Viele weitere Angebote zum gemeinsamen Pilgern auf dem Martinusweg in ganz Süddeutschland finden sich auf der Website „martinuswege.eu“.

Text und Foto: Peter Seitz

Wegpatentreffen am 22. Februar 2025

Das diesjährige Wegpatentreffen traf in Kornwestheim im Martinushaus statt.

Leider waren wir dieses Jahr nur zu sechst (inkl. Rita Schwab, die im Martinushaus für uns gerichtet hatte). Albert Gnädinger, aus Münsingen, kam zusammen mit seiner Assistentin, Frau Föhr, die ihm bei seiner Tätigkeit als Wegpate unterstützt. So wurde sie aber nun ausführlich von Alexander Schwab unterrichtet, wie man am besten wo was anbringen kann.

Außerdem durften wir dieses Jahr Herrn Tilmann Schmitz begrüßen. Er ist seit dem 10.02.2025 Mitglied der Martinusgemeinschaft und hat sich sehr für diese Arbeiten der Wegpaten interessiert.

Alexander Schwab hat uns anschließend noch durch die St. Martinskirche geführt und uns allerhand Wissenswertes zukommen lassen.

Trotz geringer Anwesenheitszahl war es doch eine gelungene gemeinsame Zeit.

 

 Text: Susanne Kroggel Bilder: Rita Schwab

Martinusweg auf der Pilgermesse in Hamburg

Am 07. Februar machten sich Susanne Kroggel, Wolfgang und Monika Bucher auf den Weg zur größten Deutschen Pilgermesse nach Hamburg. In Hamburg ankommen hatten wir uns gleich in Richtung St. Katharinen gemacht, hier fand am 08. Februar die Pilgermesse statt. Begrüßt wurden wir herzlich von Claudia Exner, die für die Organisation zuständig war. Unser Stand wurde mit den Materialen bestückt und dann machten wir uns auf in unser Hotel. Am Abend in geselliger und internationaler Runde wurden die ersten Kontakte mit Ausstellern und Pilgern geknüpft. 

Am nächsten morgen die Sternwallfahrt die nach St. Katharinen geführt hat um dort mit Pilgerpastor Frank Karpa den Gottesdienst zu feiern. Im Anschluß die Pilgermesse, mit zahlreichen Besuchern an unserem Stand. Unser Weg war sehr gefragt, es waren viele Menschen mit Wurzeln aus Süddeutschland, Stuttgart, Schwäbische Alb usw. und das Interesse gezielt nach Touren auf dem Martinusweg zu erfragen. Der "Wolfgangweg" im letzten Jahr in Pfullingen Geburtsort des Heiligen Wolfgangs eröffnet, wurde durch Wolfgang Silver am Nachbarstand vertreten. Rundum war es eine gelunge Messe.

 

 

Text und Bilder: Monika Bucher

 

Pilgerwege in Baden-Württemberg

Bei der Sondermesse „Fahrrad- und Erlebnisreisen mit Wandern“ war die Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Evangelische Landeskirche in Württemberg in Halle 9 C 53 von 18. bis 20. Januar mit einem weiteren Stand rund um die Pilgerwege in Baden-Württemberg vertreten. Pilgern auf dem Martinus- und Jakobus-Weg sowie Fahrradtouren für Mountain- und E-Bikes auf dem MeinRadWeg stehen dabei im Mittelpunkt. Expertinnen und Experten informieren über die Möglichkeiten der einzelnen Pilgerwege und das Pilgerprogramm 2025.

Bild von Hans-Michael Greiss von Links nach rechts Peter Silberzahn Martinusgemeinschaft, Jürgen Rist Landesreferent der Evang. Landeskirche in Württemberg und Otto Abele Martinusgemeinschaft

Die kleine „Via Sancti Martini“

Glaube Mehr Lust aufs große Pilgern machen soll das „Samstagspilgern“ im Dekanat Rottenburg. Die Premiere kam gut an.

Hirrlingen „Via Sancti Martini“ heißt der Martinus-Pilgerweg. Er führt von Szombathely in Ungarn ganz nach Tours in Frankreich und hat eine Länge von etwa 2500 Kilometer. Im Kleinformat ist der Martinusweg im Dekanat Rottenburg jetzt erstmals unter dem Namen „Samstagspilgern“ zu haben.

Sechs Pilgerveranstaltungen über das Jahr bis hin in den Oktober hinein verteilt stehen im Programm. Dekanatsübergreifend im Zollernalbkreis kommen noch zwei weitere dazu. Die Strecken sind unter Federführung vom Dekanatspilgerbeauftragten Rolf Seeger, Birgit Saile-Leins und Dr. Tilmann Schmitz entstanden.

Den Auftakt bildete am Samstag, das „Winterpilgern“ in Hirrlingen, geleitet von Birgit Saile-Leins mit rund 30 Teilnehmern. An drei Stationen gab's Impulse, Musik aus dem mitgeführten Lautsprecher und Liedern. Von der Martinuskirche führte der Weg hinüber zur Marienspielwiese. Von dort ging es zum Musikerkreuz. Die rund einstündige Wanderung bei eiskalten Temperaturen mündete in der Hirrlinger Friedhofskapelle mit abschließendem Segensgebet und Bestaunen der dortigen großen Krippenlandschaft. Saile-Leins engagiert sich in der Martinus-Kirchengemeinde als Lektorin, Kommunionhelferin. Seit 2023 ist sie ausgebildete Pilgerbegleiterin. In dem Kurs lernte sie, wie Strecken konzipiert und Führungen geleitet werden.

Das Hirrlinger Motto „Pilger der Hoffnung“ hat Saile-Leins von Papst Franziskus bewusst übernommen. Mit diesem Leitspruch habe der Pontifex das Heilige Jahr 2025 eröffnet. „Die Heiligen Drei Könige waren damals schon Pilger der Hoffnung. Sie haben sich rufen lassen und sind dem Stern gefolgt“, erzählte die Organisatorin. Rolf Seeger, zuständig für die Beschilderung des 150 Kilometer langen Martinuswegs im Dekanat Rottenburg, verteilte die Pilgerausweise und sagte: „Die Leute brauchen kleine, überschaubare Kostproben und Erlebnisse, die zum Pilgern anregen. Das neue Halbtags-Samstagspilgern 2025 wird bestimmt ein Renner.“ Den ersten Stempel in den Pilgerausweis gab's in der Hirrlinger Pfarrkirche.

Das nächste Samstagspilgern findet am 12. April in Rottenburg statt und steht unter dem Motto „Inspirationen auf dem Kreuzweg zur Altstadtkapelle“.

Weitere Veranstaltungen im Dekanat Rottenburg sind am 24. Mai (von Oberndorf über den Märchensee nach Wendelsheim und weiter zur Sülchenkirche), 23. August „Pilgern auf kurzen Wegen durch Rottenburg“, 20. September in Wurmlingen „Patron Briccius“ und am 11. Oktober in Schwalldorf mit dem Thema „Danken und Tanken“.

Text: Südwestpresse Herr Klaus Stifel


 

Bild: Birgit Saile-Leins

Den Weg teilen – Pilgern auf dem Martinusweg

Das Pilgerjahr 2025 auf den Martinuswegen in Baden-Württemberg und dem europäischen Martinusweg „Via Sancti Martini“ bietet wieder viele interessante Angebote. Diese sind im Flyer "Den Weg teilen" aufgeführt. Start war bereits am 4. Januar 2025 mit Pilgerangeboten im Allgäu und in Hirrlingen bei Rottenburg. Im Juni begleiten die beiden Lamas Cuszo und Puntito die Pilger von Pfulligen nach Ohmenhausen auf der Reutlinger Alb. Dazu gibt es spezielle Pilgerangebote zur Vorbereitung auf die Fastenzeit, für Männer und für Familien. Ein ganz besonderes Pilgererlebnis erwartet Martinuspilger Ende August in Leutkirch bei der 20-h-Pilgerwanderung unter dem Motto bewegen. berühren. begegnen. Anfang September gibt es im Allgäu sogar ein Pilgern mit Oldtimer-Traktoren. Im September startet die Pilgerwoche auf der „Via Sancti Martini“ in Österreich. In Passau überqueren wir die deutsche Grenze, was wir besonders feiern wollen. Das Herzstück dieses Jahresprogramm sind auch 2025 die vielen Angebote „Samstagspilgern“ gemeinsam mit den Dekanaten und Pilgerbegleitern.

Bestellt werden kann der Flyer kostenlos bei der Expedition der Diözese Rottenburg – Stuttgart: Link zum download: https://expedition-drs.de/

Herausgeber: St. Martinusgemeinschaft in Zusammenarbeit mit HA IV Pastorale Konzeption Fachbereich Pilgern und Wallfahrtsorte

 

Pilgern auf dem Martinusweg

Auf der Südroute der "Via Sancti Martini" quer durch Europa Vortrag mit Bildern 21. Januar 2025 um 19:30 Uhr im Ev. Gemeindehaus Nebringen. Sabine und Martin Hitschel sind zwischen 2022 un 2024 auf dem Martinusweg von Ungarn über Slowenien und Italien bis nach Frankreich gepilgert. Über 2.700 km auf den Spuren von "Sankt Martin"waren sie insgesamt sieben Monate zu Fuß unterwegs.

Text und Bilder: Hitschel

 

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