Den Weg teilen - pilgern auf dem Martinusweg
Martinuswege in Baden-Württemberg
Die "Via Sancti Martini" verbindet den Geburtsort des heiligen Martin, Szombathely in Ungarn, mit seiner Grablege in Tours in Frankreich. In Tannheim bei Biberach erreicht der Hauptweg Baden-Württemberg und führt weiter bis nach Speyer am Rhein.
Entstanden sind neben dem Hauptweg vier Regionalwege, die zahlreiche Martinskirchen miteinander verbinden und Pilger dazu einladen, sich mit dem heiligen Martin auf einen geistlichen Weg zu machen.
Wegverlauf und Etappen des Martinuswegs in Baden-Württemberg aufrufen
Europäischer Martinusweg
Seit September 2016 verläuft mit der Mittelroute ein zweiter Martinuspilgerweg "Via Sancti Martini" durch Europa. Der Weg beginn in Szombathely (Ungarn), der Geburtsstadt des Heiligen Martin und verläuft durch Österreich, Deutschland, Luxemburg, Belgien und Frankreich bis nach Tours, wo der Heilige Martin Bischof war. Das Wegenetz umfasst insgesamt über 2500 Kilometer. Wir verstehen den europäischen Martinusweg als Pilgerweg und Kulturweg zugleich.
Pilgern auf dem Martinusweg kann so zur Spurensuche werden: nach Spuren des Hl. Martin in unserer Diözese, aber mehr noch nach Spuren Gottes in unserem Leben.
Wegverlauf und Etappen des Europäischen Martinusweg aufrufen.
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Neuester Beitrag vom 07.10.2026
Mit St. Martin unterwegs – sehen, teilen, verbinden
„Martin sieht. Martin teilt. Martin verbindet. Wir gehen weiter.“ Unter diesem Leitgedanken machten sich am 3. Oktober rund 50 Pilgerinnen und Pilger mit Wanderführer Michael Holl und Pilgerbegleiterin Ulrike Erath auf den Weg von Tanneck zur Wallfahrtskirche auf dem Palmbühl. Bei strahlendem Herbstwetter führte der Pilgertag nicht nur durch die Landschaft, sondern auch mitten hinein in Fragen, die uns als Gesellschaft und als Christen heute bewegen.
St. Martin ist vielen vor allem durch die bekannte Geschichte vom Mantelteilen vertraut. Doch Martin war mehr als der Mann, der seinen Mantel mit einem frierenden Bettler teilte. Er sah den Menschen, der Hilfe brauchte. Er blieb nicht stehen bei einem kurzen Moment des Mitleids, sondern ließ sich davon bewegen und handelte.
Genau darum ging es auch beim gemeinsamen Pilgern: sehen, was um uns herum geschieht, wahrnehmen, wo Menschen Hilfe und Hoffnung brauchen, und selbst Schritte wagen.
Text und Bild Dekanat Balingen.
Verschiedene Impulse begleiteten die Pilgerinnen und Pilger unterwegs und luden dazu ein, die Geschichte des heiligen Martin mit dem eigenen Leben und der heutigen Zeit zu verbinden. Dabei wurde auch die aktuelle Situation unserer Gesellschaft in den Blick genommen: die Sorge um Frieden, die Bedrohung demokratischer Werte, Ausgrenzung und die Frage, wie wir miteinander umgehen.
Pilgern bedeutet dabei, nicht nur über diese Fragen zu sprechen, sondern sie buchstäblich Schritt für Schritt mitzugehen. Im gemeinsamen Unterwegssein wurde spürbar, dass niemand den Weg allein gehen muss.
Zwischen den Impulsen blieb Zeit für persönliche Gedanken, Gespräche und Begegnungen. Manche gingen miteinander, andere genossen bewusst die Stille. Gerade diese Mischung aus Gemeinschaft, geistlichen Impulsen und persönlichem Nachdenken machte den besonderen Charakter des Tages aus.
Auch die Geschichte vom Mantel des heiligen Martin bekam dabei eine neue Bedeutung: Was können wir heute teilen? Zeit? Aufmerksamkeit? Mut? Verantwortung? Hoffnung?
Am Ende des Pilgertages stand die Erkenntnis, dass Martins Botschaft erstaunlich aktuell ist - sehen, wo Menschen Unterstützung brauchen, teilen, was wir haben und Brücken bauen, wo Menschen auseinanderdriften.
Mit vielen Eindrücken, guten Gesprächen und neuen Gedanken machten sich die rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer schließlich wieder auf den Heimweg, nachdem sie bei einer Kaffeepause die Gastfreundschaft der Ratshausener Kirchengemeinde genießen durften.
Und vielleicht blieb bei manchem ein Satz des Tages besonders hängen:
Martin sieht. Martin teilt. Martin verbindet. Wir gehen weiter.
Denn genau darum geht es auch heute: nicht wegzuschauen, nicht stehenzubleiben und gemeinsam Schritte für eine menschlichere und friedlichere Welt zu gehen.
Ein spiritueller Weg zu den Quellen unserer Kraft ... weiterlesen