Den Weg teilen - pilgern auf dem Martinusweg
Martinuswege in Baden-Württemberg
Die "Via Sancti Martini" verbindet den Geburtsort des heiligen Martin, Szombathely in Ungarn, mit seiner Grablege in Tours in Frankreich. In Tannheim bei Biberach erreicht der Hauptweg Baden-Württemberg und führt weiter bis nach Speyer am Rhein.
Entstanden sind neben dem Hauptweg vier Regionalwege, die zahlreiche Martinskirchen miteinander verbinden und Pilger dazu einladen, sich mit dem heiligen Martin auf einen geistlichen Weg zu machen.
Wegverlauf und Etappen des Martinuswegs in Baden-Württemberg aufrufen
Europäischer Martinusweg
Seit September 2016 verläuft mit der Mittelroute ein zweiter Martinuspilgerweg "Via Sancti Martini" durch Europa. Der Weg beginn in Szombathely (Ungarn), der Geburtsstadt des Heiligen Martin und verläuft durch Österreich, Deutschland, Luxemburg, Belgien und Frankreich bis nach Tours, wo der Heilige Martin Bischof war. Das Wegenetz umfasst insgesamt über 2500 Kilometer. Wir verstehen den europäischen Martinusweg als Pilgerweg und Kulturweg zugleich.
Pilgern auf dem Martinusweg kann so zur Spurensuche werden: nach Spuren des Hl. Martin in unserer Diözese, aber mehr noch nach Spuren Gottes in unserem Leben.
Wegverlauf und Etappen des Europäischen Martinusweg aufrufen.
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Neuester Beitrag vom 15.07.2026
Pilgern am Johannitag
Am Johannitag, dem 24. Juni 2026, machten sich zwanzig Frauen und Männer aus dem Dekanat Böblingen auf den Weg. Startpunkt war das Hofgut Mauren bei Ehningen, von wo aus die Gruppe ein Stück des Martinusweges pilgerte und anschließend der Hitze flüchtend eine Runde durch den Ehninger Wald drehte.
Der Abend stand unter dem Motto „SommerSonnenWendeZeit". An vier Stationen entlang des Weges wurden diese Begriffe spirituell entfaltet. Am Seerosenteich wurde für den „Sommer“ das Thema Wasser aufgegriffen und in einem gemeinsamen Gebet der Dank für dieses kostbare Gut ausgesprochen. An der zweiten Station hörte die Gruppe Auszüge aus dem „Sonnen“-Gesang des Franziskus. Eine Teilnehmerin stellte Franziskus und Martin von Tours einander gegenüber und zeigte, was beide verbindet: der bewusste Verzicht. Franziskus schlug das Erbe seines Vaters aus. Martin gab seine Stellung im Militär und damit eine vielversprechende Karriere auf, um ein einfaches Leben für und mit anderen Menschen zu suchen.
Die dritte Station war dem Thema „Wende“ gewidmet. Mit einer Körperübung erkundete die Gruppe, wie sich Perspektiven verändern, wenn man sich umwendet. Von ein und demselben Standpunkt aus lassen sich vier völlig unterschiedliche Richtungen in den Blick nehmen. Mitten auf einer Kreuzung im Wald wurde dieser Gedanke sogar in einem kleinen Tanz erlebbar: immer wieder eine Kehrtwende machen, neue Wege einschlagen. Zurück am Hofgut Mauren fand die Gruppe hinter der Scheunenkapelle einen schattigen Platz für den Abschluss. Das Lied „Meine Zeit steht in deinen Händen" leitete die letzte Station ein, die dem Thema Zeit gewidmet war. Wie wir die Zeit nutzen, liegt bei uns – wie viel uns bleibt, weiß niemand. Den Ausklang bildete ein gemütliches Beisammensein mit kühlen Getränken, Brot, Aufstrichen sowie frischem Gemüse und Obst.
Die Gruppe war bunt gemischt: erfahrene Pilgerinnen und Pilger, die den Jakobsweg oder Teile des Martinusweges bis nach Frankreich gelaufen sind, trafen auf Menschen, die an diesem Abend zum ersten Mal von dem Weg hörten. So wurde das gelbe Kreuz als Wegzeichen erklärt, das an den Mantel des heiligen Martin erinnert und den europäischen Kulturweg Via Sancti Martini von Szombathely nach Tours kennzeichnet.
Unser herzlicher Dank gilt Macra Joha, die auch nach Beendigung ihrer Dienste im Dekanat und auch dem Tod von Dekanatsreferent Wolfgang Hensel im Jahr 2024 die Martinus-Fahne im Dekanat weiter wehen lässt und die Federführung hierfür ehrenamtlich übernommen hat. Neben ihr gilt unser herzlicher Dank auch dem Vorbereitungs- und Durchführungsteam bestehend bestehend aus Margret Somfleth, Ingeborg Wax und Angela Knupfer von den Martinusfreunden und Annegret Hiekisch vom Dekanat Böblingen. Musikalisch begleitet wurde der Abend von Dekanatskirchenmusikerin Marianne Aicher mit dem Akkordeon. Frau Kenntner-Scheible vom Hofgut Mauren stellte der Gruppe ganz unkompliziert und vertrauensvoll den Platz, die Kapelle und die Scheune zur Verfügung – herzlichen Dank auch hierfür!

Text: Macra Joha & Antonia Schneider
Bilder: Macra Joha & Annegret Hiekisch
Pilgern von der Veitskapelle über den Max-Eyth See zum Schnarrenberg am 07.05.2026 ... weiterlesen